| BANI | BANI ist ein Akronym für die stressbildenden Faktoren:
- brittle (brüchig/ porös)
- anxious (ängstlich/ besorgt)
- non-linear (nicht-linear)
- incomprehensible (unverständlich/ unbegreiflich)
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| Barnum-Effekt | Der Effekt wird bei den Denk- und Wahrnehmungsfehlern aufgeführt. Er beschreibt, dass Menschen dazu neigen, Informationen so auszuwählen und zu interpretieren, dass sie die eigene Vorstellungswelt bestätigen. Das muss nicht korrekt sein. |
| Basiswissen | Das Basiswissen gehört zum Fachwissen des Mediators. Die Mediation ist interdisziplinär. Die Einflüsse der Disziplinen werden zwar phänomenologisch angesprochen. Das heißt aber nicht, dass der Mediator damit die interdisziplinären Hintergründe erkennt. Diese gehören zum Basiswissen, also etwa zur Frage, wie grundlegend mit dem Recht, der Psychologie, der Soziologie usw. umzugehen ist, damit sich die Erkenntnis- und Gedankenwelt der jeweiligen Disziplin erschließt und einbeziehen lässt. |
| Bauchgefühl | Intuition als emotionale, nicht vom Verstand geprägte Einschätzung. |
| Bauchgehirn | Das Gehirn, wie wir es heute kennen, ist im Laufe einer langen Evolution entstanden. Etwa 100 Millionen Zellen im menschlichen Gedärm sind denen im Gehirn verblüffend ähnlich und produzieren vergleichbare Substanzen. Sie bilden ein zweites Nervenzentrum, das wie ein kleines Hirn im Bauch weitgehend autonom funktioniert. Dieses Zentrum wird auch als Bauchgehirn (Bauchhirn) bezeichnet. Es ist für unser Bauchgefühl zumindest auch zuständig. |
| Bauchmensch | Der Bauchmensch wird überwiegend von seinen Instinkten und manchmal auch spontanen Intuitionen gesteuert. Er unterscheidet sich vom Kopfmensch und vom Gefühlsmensch. |
| Bearbeitungsgegenstand | Ein Gegenstand ist einerseits ein Ding und andererseits ein Objekt des Bewusstseins. Mit dem Begriff Bearbeitungsgegenstand wird in der Mediation deutlich gemacht, worauf sich der Mediator zu konzentrieren hat. Der Bearbeitungsgegenstand ist vom Mediationsgegenstand zu unterscheiden. |
| Bedarf | Der Bedarf beschreibt ein zur Nachfrage führendes Bedürfnis. Der auf eine Hilfestellung bei der Konfliktlösung gerichtete Bedarf soll durch die Mediation befriedigt werden, indem die Mediation als Dienstleistung das dazu passende Angebot beschreibt. |
| Bedarfsphasen | Phasen der Nachfrage. Siehe monadische Phase, dyadische Phase und triadische Phase |
| Bedeutung | Die Bedeutung verkörpert den Sinn der sich hinter allem verbirgt, dem eine Aussage zugeschrieben werden kann. Die Bedeutungswirklichkeit ist von der Faktenwirklichkeit zu unterscheiden. Die Unterscheidung spielt in der Mediation eine wichtige Rolle, weil sie verschiedene Sichten erlaubt und gegenüberstellen kann. |
| Bedeutungserhellung | Herangehensweise zur Aufdeckung der Bedeutungen und der Bedeutungswirklichkeit. |
| Bedeutungsklärung | Siehe Bedeutungserhellung |
| Bedingungen | Bedingungen werden gefordert, um von deren Erfüllung etwas anderes abhängig zu machen. Sie sind eine Voraussetzung, um etwas anderes zu ermöglichen. In der Mediation sind die Prinzipien beispielsweise die Bedingung, dass sich ihre Eigenschaften verwirklichen. |
| Bedürfnis | Das Bedürfnis beschreibt den Zustand oder das Erleben eines Mangels, verbunden mit dem Wunsch, ihn zu beheben. |
| Bedürfnisebene | Mit der Methode des Ebenentauchens sucht der Mediator die Ebene, auf der sich der Lösungskuchen vergrößern lässt. Die Bedürfnisebene lässt sich auf den erwarteten Nutzen ein. Sie ist von der Interessenebene zu unterscheiden, die auf die zur Lösung führenden (zielgerichteten) Interessen abstellt. Sie grenzt sich von der Interssenebene und der Sachebene ab. |
| Bedürfniskreis | Der Bedürfniskreis stellt die Bedürfnisse in einem Kreis dar, sodass die Spannungsverhältnisse gegensätzlicher Bedürfnisse besser zum Ausdruck kommen. |
| Bedürfnispyramide | Die Bedürfnispyramide von Maslow stellt die menschlichen Bedürfnisse in einem hierarchischen Verhältnis dar. |
| Beeinflussung | Die Beeinflussung verzeichnet alle Situationen, bei denen Einstellungen, Entscheidungen oder Handlungen verändert werden. In der Mediation kommt es zu vielen Veränderungen. Es ist wichtig zu erkennen, wo sie auf Beeinflussungen basieren. |
| Beendigung der Mediation | Die Frage, wann eine Mediation beendet ist, lässt sich bei einer formellen Betrachtungsweise leicht beantworten. Sie endet:
- bei dem Zustandekommen einer Abschlussvereinbarung
- bei Zweckerreichung (Lösung gefunden ohne Abschlussvereinbarung)
- bei Abbruch oder Kündigung
- gegebenenfalls auch bei dem Ausbleiben einer Partei, wenn sie als Kündigung gemeint ist und die Mediation nicht fortgesetzt werden kann.
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| Befangenheit | Die Befangenheit deutet auf eine mangelnde oder nicht vorhandene Neutralität hin. Sie darf weder aus der Sicht der Parteien noch aus der des Mediators vorliegen. Er muss darauf hinweisen, wenn Bedenken gegen seine Neutralität bestehen. |
| Befangenheit | Die Befangenheit deutet auf eine mangelnde oder nicht vorhandene Neutralität hin. Sie darf weder aus der Sicht der Parteien noch aus der des Mediators vorliegen. Er muss darauf hinweisen, wenn Bedenken gegen seine Neutralität bestehen. |
| Beginn der Mediation | Bei der Frage, wann die Mediation beginnt, ist zwischen der juristischen Sicht und der Mediationslehre zu unterscheiden. Nach der Mediationslehre beginnt die Mediation mit der ersten Aktion des Mediators. Sie kann schon in der Akquisephase liegen und hat Auswirkungen bis in die Berufsethik hinein. |
| Bekanntheit | Die Bekanntheit beschreibt das Ausmaß des Kennens, nicht ohne Weiteres des Wissens über jemanden oder etwas. Die Bekanntheit der Mediation gibt Aufschluss über ihre Entwicklung. Es gibt Forschungsbeiträge über die Frage der Bekanntheit, weil der Bekanntheitsgrad der Mediation Hinweise auf die Effektivität von Werbemaßnahmen und den Bedarf zur Förderung der Mediation gibt. |
| Belief | Der Begriff "Belief" wird in der Psychologie und verschiedenen Konzepten des Menschen auf unterschiedliche Weise verwendet, je nach dem spezifischen Bereich, in dem er eingesetzt wird. Generell bezeichnet er das prägende Lebenskonzept oder die Grundannahmen des Lebens , das unsere menschlichen Entscheidungen und unser Verhalten beeinflusst. |
| Benchmarks | Benchmarks liefern einen Vergleichsmaßstab. Er ermöglicht die vergleichende Analyse von Ergebnissen oder Prozessen mit einem festgelegten Bezugswert oder Bezugsprozess. |
| Beratungsberatung | Die Beratungsberatung ist eine Beratung über den Beratungsbedarf und die Durchführung einer Beratung. Der Mediator muss den Parteien helfen, ihren Beratungsbedarf zu decken. Er ist verpflichtet auf die Möglichkeit der (externen) Beratung hinzuweisen. Die Pflicht umfasst die Fürsorge, dass die Parteien nicht wahllos eine Beratung in Anspruch nehmen sondern eine passende. |
| Beratungszeitpunkt | Der Beratungszeitpunkt bezeichnet den Moment, wann die Partei in der Mediation einer Beratung bedarf. Der Zeitpunkt hängt natürlich von der Art der Beratung ab. §2 Mediationsgesetz verpflichtet den Mediator spätestens vor dem Zustandekommen der Abschlussvereinbarung auf die Möglichkeit einer fachlichen Beratung hinzuweisen. |
| Bereitschaftsritual | Vorgegebenes Handlungsformat für die Frage, wer als Erster sprechen darf. |
| Berliner Modell | Das Berliner Modell ist ein Konzept zur Eingewöhnung von Kindern in den Kindergarten. Das Projekt hat nichts mit der Mediation zu tun, gibt aber Anleitung, wie Vertrauen aufgebaut werden kann. Diese Anregungen können durchaus in einer Mediation verwertet werden. |
| Berufsaufsicht | Der Berufsaufsicht obliegt die Kontrolle über die korrekte Berufsausführung. Dafür sind in der Regel die Berufskammern zuständig. Für Mediatoren existiert keine (eigene) Berufskammer. Die berufliche Kontrolle muss deshalb auf anderem Wege sichergestellt werden. |
| Berufsausübungsgesellschaft | Mit dem Gesetz zur Neuregelung des Berufsrechts der anwaltlichen und steuerberatenden Berufsausübungsgesellschaften wurde der Bergriff Sozietät in Berufsausübungsgesellschaft ausgetauscht. Die Berufsausübungsgesellschaft ist ein Zusammenschluß von Berufstätigen freier Berufe (mit Anwälten, Steuerberatern oder Patentanwälten) zur gemeinschaftlichen Anbietung von Dienstleistungen. |
| Berufsethik | Berufsethik in der Mediation bezeichnet die Gesamtheit der moralischen Grundsätze, Pflichten und Verhaltensregeln, die das professionelle Handeln von Mediator:innen leiten. Sie sichert Qualität, Vertrauen und Fairness im außergerichtlichen Konfliktlösungsprozess. |
| Berufsgesetz | Ein Berufsgesetz regelt die Zugangs- und Abwicklungsbedingungen für eine Berufsausübung. Um die Berufsfreiheit zu sichern, werden häufig Kammern beliehen, um die berufsrechtlichen Rahmenbedingungen verbindlich festzulegen. |
| Berufskompetenz | Die Berufskompetenz beschreibt die Fähigkeiten des Mediators zur Durchführung der Mediation in Relation zur Berufstätigkeit. Hier steht nicht nur das Verfahren, sondern auch der Erwerb im Vordergrund. Beides muss aufeinander abgestimmt sein. |
| Beteiligung von Kindern | In diesem Kontext wird der Begriff Kinder als Abkömmlinge, Adoptivkinder und gegebenenfalls auch als Pflegekinder gemeint. Kinder können in einer Mediation unterschiedliche Rollen einnehmen. Sie können Streitpartei, Konfliktpartei oder Dritte sein. Je nach ihrer Rolle sind sie anders in die Mediation einzubeziehen. |
| Bewertung | Den Wert oder die Qualität von etwas abschätzen bzw. aus einer Sache eine bestimmte Bedeutung herauslesen. |
| Beziehungen | Die Beziehung drückt eine Verbindung aus, die Menschen miteinander eingehen können oder wie Menschen zueinander stehen. Es gibt ganz unterschiedliche Beziehungsqualitäten. Wenn es Reibungspunkte gibt, kommt es zu einem Beziehungskonflikt. |
| Beziehungsebene | Die Beziehungsebene stellt eine der Kommunikationsebenen dar. Sie unterscheidet sich von der Sach- oder Inhaltsebene und betrifft das emotionale Wechselspiel der Kommunikanten. |
| Beziehungsopfer | Der Begriff Beziehungsopfer hat eine doppelte Bedeutung. Zum Einen spricht er die Notwendigkeit an, in einer Beziehung Opfer zu bringen. Damit ist die Beziehungsarbeit gemeint oder die Investition, die in eine Beziehung anzulegen ist. Zum anderen deutet er darauf hin, dass es auch in einer Beziehung Partner gibt, die sich in der Opferrolle befinden oder in eine solche Rolle gedrängt werden. Das ist der Fall, wenn die Beziehungsinvestitionen ungleich verteilt werden. |
| Bias Faktoren | Verzerrungen bei der Wirkungsprognose im Entscheidungsprozess lassen sich durch Verzerrungsfaktoren darstellen. |
| Big Five | Siehe Fünf-Faktoren-Modell . Der Begriff wurde auch in der Mediation als Big Five der Mediation verwendet, wo die korrelative Beziehung der Prinzipien thematisiert wird. |
| Big Five der Mediation | Damit sind nicht etwa die Persönlichkeitsmerkmale des Big Five, sondern die wichtigsten Grundsätze (Prinzipien) der Mediation gemeint, die in einer Wechselbeziehung zueinander stehen. |
| Bildung | Die Bildung ist ein nicht eindeutig definierter Begriff. In einem modernen Verständnis wird darunter die freie Entfaltung aller dem einzelnen Menschen innewohnenden Fähigkeiten, Talente und Anlagen im Sinne umfassendster individueller Persönlichkeitsentfaltung verstanden. Die Mediationsausbildung konzentriert die zu erwerbenden Fähigkeiten auf das Denken und Handeln im Sinne der Mediation. Die Mediationsausbildung bildet zugleich die soziale Kompetenz des Auszubildenden. |
| Bindungstheorie | Die Bindungstheorie ist eine psychologische Theorie, die sich mit der Art und Weise befasst, wie Menschen Bindungen und Beziehungen aufbauen und pflegen. Die Theorie geht davon aus, dass die frühen Erfahrungen eines Kindes mit seinen Bezugspersonen Einfluss auf spätere Beziehungen zu anderen Menschen aufbaut. Die Bindungstheorie hilft auch in der Mediation, besonders bei Familien- und Beziehungskonflikten. |
| biologisches Erbe | Übertragung der genetischen. Eigenschaften. |
| biopsychosoziales Modell | Das biopsychosoziale Modell der Schmerzentstehung setzt sich mit der Entstehung und der Behandlung von
Schmerzen auseinander. Die moderne Schmerztherapie geht davon aus, dass Schmerzen außer den biologischen Ursachen auch psychischen und sozialen Einflüssen unterliegt. Das biopsychosoziale Modell der Schmerzentstehung beschreibt den Zusammenhang. Sie ist für die Mediation interessant, weil es Parallelen zwischen der physischen und der psychischen Schmerzbewältigung gibt. |
| Blended Learning | Gemischtes Lernen, bei dem mehrere didaktische Methoden und Medien miteinander kombiniert werden. |
| Blockade | Die Blockade bezeichnet eine Absperrung oder Hinderung. Der Gesetzgeber verwendet den Begriff im Anhang zur ZMediatAusbV, wo die Überwindung von Blockaden ein Ausbildungsinhalt für Mediatoren ist. |
| Bürgerbeteiligung | Einbindung der Bürger in politische Entscheidungen wie z.B. Städtebaumaßnahmen, ohne dass es sich um eine förmliche Mediation handelt. |
| Bürogemeinschaft | Die Bürogemeinschaft ist von der Berufsausübungsgesellschaft (Sozietät) zu unterscheiden. Im Gegensatz zur Berufsausübungsgesellschaft ist eine Bürogemeinschaft eine Gesellschaft, die lediglich der gemeinschaftlichen Organisation der Berufstätigkeit der Gesellschafter unter gemeinschaftlicher Nutzung von Betriebsmitteln dient, jedoch nicht selbst als Vertragspartner von Dienstleistungsverträgen auftreten soll.
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