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BezeichnungBeschreibung
Paartherapie

Paartherapie ist eine anerkannte Form therapeutischer Arbeit, die sich auf Beziehungsprobleme in Paaren konzentriert. Sie wird jedoch nicht als eigenständige Therapieform mit eigener Theorie geführt, sondern als Setting bzw. Anwendungsfeld innerhalb verschiedener therapeutischer Schulen. Korrekt ist also die Bezeichnung: Paartherapie im Rahmen von …“ (z. B. systemischer Therapie oder Verhaltenstherapie).

Paradoxie Die Paradoxie wird synonym zu dem Begriff Paradoxon verwendet. Sie beschreibt ein unerwartetes Ereignis oder eine unerwartete Aussage, die wie ein Widerspruch erscheint. Die Mediation selbst ist paradox.
Paradoxie der MediationDie Mediation wird manchmal als paradox bezeichnet, weil sie auf den ersten Blick widersprüchliche Elemente vereint. Diese scheinbaren Widersprüche machen die Mediation zu einem komplexen und vielschichtigen Prozess, der jedoch gerade durch diese Balance oft erfolgreich ist.
ParallelprozesseProzesse, die optional oder real neben dem gewählten Verfahren ablaufen und darauf Einfluss nehmen.
paraverbale KommunikationDiese paraverbale Kommunikation ist eine begleitende Kommunikation. Sie betrifft die Art und Weise, wie eine Botschaft übermittelt wird. Sie erfolgt ebenfalls nonverbal und drückt sich im Tonfall, im Schweigen, in der Aussprache, in der Lautstärke, der Tonlage, der Sprachmelodie, der Betonung, der Sprechgeschwindigkeit, aber auch eventuell im Lachen, Seufzen, Räuspern, Kopfnicken, Murmeln, Stammeln usw. aus.
Pareto-EffizienzIn der Spieltheorie wird eine Situation dann als pareto-effizient betrachtet, wenn es unmöglich ist, den Gewinn eines Spielers zu erhöhen, ohne den Gewinn eines anderen Spielers zu verringern. Die Mediation wäre pareto-ineffizient, weil es möglich ist, dass eine Partei ihren Gewinn erhöht, ohne dass die andere Partei ihren Gewinn verringert.
Pareto-EffizienzIn der Spieltheorie wird eine Situation dann als pareto-effizient betrachtet, wenn es unmöglich ist, den Gewinn eines Spielers zu erhöhen, ohne den Gewinn eines anderen Spielers zu verringern. Die Mediation wäre pareto-ineffizient, weil es möglich ist, dass eine Partei ihren Gewinn erhöht, ohne dass die andere Partei ihren Gewinn verringert.
Pareto-PrinzipDas Pareto-Prinzip oder die 80/20-Regel besagt, dass in vielen Situationen etwa 80% der Ergebnisse von etwa 20% der Ursachen oder des Aufwands stammen. Es wird häufig in den Bereichen Management, Wirtschaft, Qualitätsmanagement und persönliche Produktivität angewendet, um die Effizienz zu steigern und Ressourcen gezielt einzusetzen.
Parteien

Hier sind damit die in Lager aufzuteilenden, streitenden Verfahrensbeteiligten zu verstehen. Auch werden mit dem Begriff die Beteiligten an einem Vertragsabschluss angesprochen. In der Mediation sind folgende Parteiqualitäten zu unterscheiden:

  1. Vertragsparteien
  2. Streitparteien
  3. Konfliktparteien
  4. Verhandlungsparteien
ParteiidentitätWie das Wort besagt, ist damit die Identität der Partei gemeint. Der Mediator muss sich keine Ausweise vorlegen lassen, um die Identität der Partei zu prüfen. Wohl muss er auf Zweifel hindeuten, um eine darauf basierende Entscheidung herbeizuführen.
ParteilichkeitDie Parteilichkeit bildet den Gegensatz zur Neutralität und zur Allparteilichkeit. Sie besagt, dass die neutrale Person Vorlieben für die eine oder andere Seite oder deren Interessen entwickelt, sodass die Gefahr besteht eine der Parteien Vorzüge einzuräumen.
ParteirolleMit diesem Begriff wird auf die Rolle der Parteien im jeweiligen Verfahren hingewiesen. Die Rolle ergibt ihre Funktion und diese wieder definiert ihre Verantwortung im Verfahren. Die Medianden haben in der Mediation eine exponierte Rolle, indem sie selbst die Lösung finden sollen.
Penrose DreieckDas Penrose-Dreieck, das auch Tribar genannt wird, ist eine optische Täuschung, die irritiert. In der 2. Dimension wird ein dreidimensionales Gebilde dargestellt, das es so nicht geben kann. Bei dem Tribar handelt es sich nicht um eine Paradoxie.
PersonalvertretungOrganisiert als Personalrat, Bezirkspersonalrat, Hauptpersonalrat oder Gesamtpersonalrat ist die Vertretung der Beschäftigten im öffentlichen Dienst, vergleichbar mit dem Betriebsrat im privaten Unternehmen.
Personenimmanente LösungshindernisseDie Mediation soll den Parteien helfen, selbst die Lösung zu finden. Also muss sie die Hindernisse, die der Lösung im Wege stehen aus dem Weg räumen. Bei den Lösungshindernissen wird zwischen den verfahrensimmanenten und den personenimmanenten Hindernissen unterschieden. Verfahrensimmanente Lösungshindernisse sind die Hindernisse, die durch das Verfahren hervorgerufen oder beseitigt werden können. Personenimmanente Lösungshindernisse sind in der Partei begründet und können mit Interventionen beseitigt werden.
Persuasive KommunikationPersuasive Kommunikation ist zielgerichtete, strategisch angelegte Kommunikation, die darauf ausgerichtet ist, bestehende Einstellungen zu festigen, neue Einstellungen zu etablieren oder Verhalten zu verändern. Sie unterscheidet sich von informativer Kommunikation, die primär Wissen vermittelt, und von manipulativer Kommunikation, die auf Täuschung oder verdeckte Beeinflussung setzt.
PflichtHier wird der Begriff als eine aus Rechtsgründen (wie z.B. der Mediationsvertrag) vorgegebene Handlung oder Unterlassung beschrieben. Die Pflicht wird von den Aufgaben abgegrenzt, die im Ermessen des Mediators liegen und zur Zweckerreichung erforderlich sind. Die Pflichten des Mediators werden im Pflichtenverzeichnis zusammengefasst.
PflichtverletzungEs geht um die Pflichten des Mediators in der Mediation und um die Verletzung dieser Pflichten. Die Auseinandersetzung mit den Pflichten ist ein wichtiges Thema, bei dem in der Praxis und der Rechtsprechung viel Unklarheit besteht.
PhänomenologieDer Begriff der Phänomenologie setzt sich mit dem Sichtbaren auseinander. Er wird aus den altgriechischen Wörtern abgeleitet die mit Erscheinung und Lehre übersetzt werden können. Die Phänomenologie der Konflikte ist somit die Auseinandersetzung mit den Erscheinungsformen der Konflikte, um daraus eine Lehre abzuleiten.
PhasendynamikDie Phasen bilden wichtige gedankliche Schritte der Mediation ab. Jede Phase gibt dem Mediator einen spezifischen Auftrag, der darauf gerichtet ist das Phasenziel zu erreichen. Die Aufträge unterscheiden sich, so wie sich der Charakter einer jeden Phase von der anderen Phase unterscheidet. Es entsteht ein Spannungsverhältnis, aus dem sich die Dynamik des Prozesses herleiten lässt.
PhasenverschiebungAlle Modelle der Trennungsverarbeitung laufen und die Prozesse einer Scheidung laufen individuell ab. Betrachtet man die Prozesse im Zusammenspiel, zeigt sich die Phasenverschiebung als ein ebenso markantes, wie problematisches Phänomen bei Ehescheidungen. Der Mediator muss versuchen, die Prozesse aufeinander abzustimmen.
Placebo-EffektDer Placebo-Effekt besagt, dass sich positive Erwartungen auf die Wirksamkeit eines Medikamentes so stark auswirken können, dass selbst ein Scheinmedikament heilsame Wirkung entfalten kann, indem die im Frontalhirn entstehenden Erwartungen Einfluss auf die Reizverarbeitung nehmen. Was bei Medikamenten gilt, betrifft auch das Konfliktverhalten. Die mangelnde Erwartung, dass eine Lösung möglich ist, führt zu einem Nocebo-Effekt, der sich den Chancen einer Lösung in den Weg stellt.
Plentitudo-EffektDie Suggestion, dass die Wahrnehmung immer vollständig (also lückenlos) sei. Sie ist einer der Hinderungsgründe, andere "Wahrheiten" anzuerkennen.
PleonasmusDie Wichtigkeit des Gesagten wird durch Wiederholungen gerne in andern Formulierungen herausgestellt. Eine Bedeutung wird auf mehrfache Weise wiederholt dargestellt.
PleonasmusEine Wortverdoppelung, die im Begriff Mediationsverfahren aufgegriffen wird. Die Mediation ist in §1 Mediationsgesetz bereits als ein Verfahren definiert.
Position (Stellung im Verfahren)

Der Begriff „Position“ wird in der Mediation in zwei völlig unterschiedlichen Bedeutungen verwendet. Einmal wird Position als inhaltliche Forderung verstanden, ein anderes Mal bedeutet sie die formale Stellung im Verfahren. Diese Bedeutungen dürfen nicht vermischt werden. Hier geht es um den Begriff der Position im Sinne der inhaltlichen Forderung.

Positives DenkenDas positive Denken Ist eine Denkweise oder eine mentale Einstellung, bei der positive Gedanken und Perspektiven herausgestellt werden. Es geht darum, sich auf die Lösungen zu konzentrieren, anstatt sich von negativen Gedanken oder Hindernissen überwältigen zu lassen, um eine optimistische und konstruktive Haltung selbst in schwierigen oder herausfordernden Situationen anzunehmen.
Positivismus

Der Positivismus ist eine philosophische Richtung, die im 19. Jahrhundert entstanden ist. Er betont die Bedeutung empirischer Erfahrung und wissenschaftlicher Methoden bei der Erkenntnisgewinnung. Der Positivismus lehnt metaphysische Spekulationen ab und konzentriert sich stattdessen auf das, was direkt beobachtbar und messbar ist.

PräambelDer Begriff geht auf das lateinische Wort praeambulare zurück. Praeambulare bedeutet vorangehen und kann als Einleitung verstanden werden. Präambeln werden als Vorwort zu einem Vertrag oder auch eines Gesetzes verwendet. Mit ihr sollen die Motive, Absichten und Zwecke der Regelung festgeschrieben werden.
Prägung der MediationDie Prägung der Mediation beschreibt die wesentlichen, charakterbestimmenden Merkmale des Verfahrens. Sie dient als eine praxisnahe Orientierung zur Kontrolle der Vorgehensweise in der Mediation. Der Begriff wird synonym mit dem Wesen der Mediation verwendet.
Prägung des MenschenDie Prägung des Menschen bezieht sich auf die Einflüsse, die auf eine Person während ihrer Entwicklung einwirken und ihr Verhalten und ihre Persönlichkeit beeinflussen. Diese Einflüsse können aus der Umwelt, der Kultur, der Familie und anderen Faktoren stammen. Sie beeinflussen das Denken und das Handeln.
PräsenzstundenDer Begriff wird in der Ausbildungsverordnung verwendet. Die Verordnung schreibt Präsenzstunden für die Ausbildung vor. Die bei persönlicher Anwesenheit des Studenten zu absolvierenden Zeiteinheiten werden in Zeitstunden gemessen
PrimäreffektDer Primär- oder primacy effect bezeichnet den Eindruck, den man von einer Person gewinnt, wenn man sie zum ersten Mal sieht. Es handelt sich um ein ein psychologisches Gedächtnisphänomen. Der Primäreffekt besagt, dass man sich an früher eingehende Information besser erinnert wird als später eingehende Information. Wenn die Erstinformation noch nicht mit anderen gespeicherten Informationen abgeglichen werden kann, geht sie besser ins Langzeitgedächtnis über und kann später nicht mehr so leicht überschrieben werden. Der Primäreffekt ist vom Priming-Effekt zu unterscheiden.
Primary EffektEs ist der erste, prägende Eindruck einer Begegnung. Der Primary Effekt sollte auch in einer Mediation wohl überlegt und gut gesteuert sein.
PrimingDer Begriff beschreibt die Beeinflussung der Reizaufnahme. Ihr Ziel ist eine unterschwellige Aktivierung von Assoziationen. Priming-Effekte spielen in der Mediation ebenfalls eine Rolle. Einerseits sollte der Mediator ihre Wirkung erkennen, um die Refelxion zu fördern. Andererseits kann er sie zu genau dem Zweck auch nutzen. Der Priming-Effekt ist vom Primäreffekt zu unterscheiden.
Prinzip der DifferenzLebewesen existieren nur aus und in einer jeweiligen Differenz. Wahrnehmen heißt Unterschiede wahrnehmen. Neurophysiologisch betrachtet macht sich der Unterschied bereits als eine Spannungsdifferenz an den Synapsen bemerkbar. Das Prinzip der Differenz führt in das Konzept der Homöostase, die einen Gleichgewichtszustand in einem sich selbstregulierenden, offenen, dynamischen System herstellen will.
Prinzip der DifferenzLebewesen existieren nur aus und in einer jeweiligen Differenz. Wahrnehmen heißt Unterschiede wahrnehmen. Neurophysiologisch betrachtet macht sich der Unterschied bereits als eine Spannungsdifferenz an den Synapsen bemerkbar. Das Prinzip der Differenz führt in das Konzept der Homöostase, die einen Gleichgewichtszustand in einem sich selbstregulierenden, offenen, dynamischen System herstellen will.
Prinzipien der MediationGrundlegende Regeln für die Durchführung der Mediation. Das Mediationsgesetz spricht von Grundsätzen der Mediation.
Prinzipien des Harvard-Konzeptes

Das Harvard-Konzept hat vier wesentliche Prinzipien des Verhandelns herausgearbeitet die auf die eine oder andere Art alle in die Mediation eingeflossen sind. Die Prinzipien lauten:

  1. Trenne das Problem vom Menschen
  2. Fokussiere Sie die Interessen (Motive) statt der Positionen
  3. Erstelle mehrere Optionen, sodass die Lösung ausgewählt werden kann
  4. Beziehe Dich immer auf die reinen Fakten
Pro-Rata-ModellAbrechnungssystem für Content-Portale wie Spotify und Wiki to Yes für die Bereitstellung von Inhalten.
ProblemEin Problem ist eine schwierige Frage oder Aufgabe, die gelöst wird, indem ein Ist-Zustand durch in einen Sollzustand geführt wird.
ProblemidentifikationDer Streit bezieht sich auf die Position (z.B. Zahlung),während das Problem die dem Streit zugrunde liegende Frage betrifft. (z.B. wer hat den Schaden zu verantworten). Das genaue Herausarbeiten des Problems kann dazu führen, den Streit (die Streitfragen) zu reduzieren.
Produktdifferenzierung

Produktdifferenzierung beschreibt lediglich den Vorgang, ein Angebot unterscheidbar zu machen – unabhängig davon, ob diese Unterscheidung sinnvoll, substantiell oder nur eingebildet ist.

ProjektmanagementProjektmanagement bezieht sich auf die Planung, Organisation, Steuerung und Überwachung von Projekten. Es ist eine Disziplin, die darauf abzielt, bestimmte Ziele innerhalb eines definierten Zeitrahmens, Budgets und anderer begrenzender Faktoren zu erreichen.
ProkrastinationDer Begriff stammt vom lateinischen procrastinare ab, was aufschieben bedeutet. Er betrifft die Neigung, Pflichten nicht sofort zu erledfigen, sonden zu vertagen oder zu verschieben oder durch Ersatztätigkeiten zu kompensieren. Eine junge Forschung untersuchet den Krankheitsstatus der Prokrastination
Prototypen (Verfahren)Prototypen bezeichnen jemanden oder etwas, der oder das als Inbegriff für eine bestimmte Art als typisch erachtet wird. Hier wird der Begriff für die Verfahren verwendet. Als Prototypen werden das Gerichtsverfahren, die Schlichtung und die Mediation herausgestellt.
ProxemikDie Proxemik bezieht sich auf die Art und Weise, wie Menschen den Raum um sich herum nutzen und wie sie sich in Bezug auf andere Personen positionieren. Sie beschreibt auch das Distanzverhalten und ist ein Teil der Körpersprache. Sie eignet sich, um die Beziehungen zwischen den Parteien zu erkennen.
ProzessLaut Duden handelt es sich um einen über eine gewisse Zeit erstreckenden Vorgang, bei dem etwas (allmählich) entsteht oder sich herausbildet. Der Begriff wird auch für einen vor einem Gericht ausgetragenen Rechtsstreit verwendet. Oft werden die Begriffe Verfahren und Prozess synonym verwendet. Immerhin beschreiben beide Begriffe einen Vorgang. Das Verfahren schaut mehr auf das WIE, während der Prozess mehr auf das WAS schaut.
ProzesskostenhilfeUm die Rechtsverfolgung zu gewährleisten, erhalten bedürftige Parteien eine Finanzierungshilfe durch den Staat. Die Prozesskostenhilfe ist grundsätzlich ein Darlehen, das zurückzuzahlen ist, falls die Partei leistungsfähig wird.
ProzesslogikDie Prozesslogik beschreibt den inneren logischen Zusammenhang des Prozesssystems bezogen auf die Mediation.


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Hinweise und Fußnoten

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Bearbeitungsstand: 2023-02-16 22:28 / Version .

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1 Wie z.B. die Werkzeuge oder die Verfahren
2 in diesen Fällen genügt nicht die Definition. Um die Daten besser filtern zu können, sind für diese Lexika weitere Datenfelder angelegt worden.