| Pseudodifferenzierung | Wo der Kunde mehr wissen muss als der Dienstleister, liegt kein Angebot, sondern ein Orientierungsproblem vor. |
| Rolle, Position und Funktion | Jede Rolle ist an eine (Verfahrens-)position geknüpft, aus der ihre eigene Funktion und ihre eigene Betroffenheit entsteht. Jede Rolle prägt das Verhalten im Verfahren auf ihre eigentümliche Weise. |
| Reflexion und Metaebene | Ohne Reflexion gibt es keine Metaebene – und ohne Metaebene keine Mediation. |
| Parteien | Die Qualität der Mediation hängt wesentlich davon ab, wie klar Parteien, Themen, Rollen und Verantwortlichkeiten unterschieden und zugeordnet werden. |
| Kostenentscheidung | Bei der Berechnung der Prozesskosten muss beachtet werden, wer im Falle des Unterliegens die Kosten zu tragen hat. Es gibt Verfahren, bei denen die Kostenentscheidung des Gerichts unabhängig von der Frage des Obsiegens oder des Unterliegens getroffen wird. |
| Verfahrenskosten - Verfahrensnutzen | Fragen Sie nicht: "Welches Verfahren ist am billigsten?" Fragen Sie stattdessen: "Welches Verfahren bringt mir den größten Nutzen".
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| Validierung leiser Beiträge | Nicht jede leise Stimme ist konfliktarm – oft ist sie konflikttragend. |
| Umgang mit Konflikttypen | Konflikttypen erklären Verhalten – sie entschuldigen es nicht und bestimmen es nicht. |
| Ein guter Mediator (Qualitätsmerkmal) | Ein guter Mediator überzeugt nicht durch Durchsetzungskraft oder Lösungsvorschläge, sondern dadurch, dass er die Lösungshindernisse erkennt und aus dem Weg räumt. |
| Einschätzung des Mediators (Qualifikation) | Konfliktparteien müssen nicht auf Vermutungen oder Eindrücke angewiesen bleiben. Nach § 3 Abs. 5 Mediationsgesetz ist der Mediator verpflichtet, über seine Ausbildung, seine Erfahrung und seine fachliche Eignung Auskunft zu erteilen. Eine qualifizierte Mediation setzt Transparenz voraus – und beginnt mit der Bereitschaft, Fragen zu stellen und Antworten zu erhalten. |
| Qualität eines Mediators | Die Qualität eines Mediators zeigt sich nicht in einzelnen Techniken, sondern in seiner Fähigkeit, Komplexität zu erkennen, einzuordnen und in ein stimmiges mediatives Vorgehen zu übersetzen. |
| Verstehenskompetenz | Die zentrale Qualifikation eines Mediators ist seine Verstehenskompetenz. Je mehr er versteht, umso mehr kann er vermitteln! |
| Startproblem-Erstkontakt | Der beste Erstkontakt macht den Mediator entbehrlich – nicht unverzichtbar. |
| Startproblem-Inhalte | Je weniger Zustimmung, desto weniger Inhalt.
Je mehr Inhalt, desto mehr Zustimmung erforderlich. |
| Startproblem-Instrumentalisierungsrisiko | Instrumentalisierungsrisiko entsteht dort, wo der Mediator nicht nur den Prozess öffnet, sondern Inhalte, Deutungen oder Narrative einer Seite transportiert, ohne Mandat aller Beteiligten. |
| Startproblem | Je größer das Startproblem, desto kleiner muss der erste Impuls sein. |
| Krankheit erkennen - Mediationsfähigkeit | Es macht Sinn, dass sich die Parteien pauschal dazu erklären, ob sie wegen einer Krankhait in Behandlung sind. |
| Wahrheit | Die Mediation hinterfragt die Wahrheit nicht um sie zu begründen, sondern um sie einvernehmlich neu gestalten zu können. |
| Verfahrenswahl und Strategie | Mit der Strategie entscheiden die Parteien zugleich über die Verfahrenswahl, so wie die Wahl des Verfahrens die Strategie ergibt und mit der Konfliktstrategie einher geht. |
| Hypothesen | Keine vorschnellen Bewertungen |
| Mediationsverbote Abgrenzung | Mediationsverbote sind von der Geeignetheit, der Zulässigkeit und der Durchführbarkeit von Mediationen zu unterscheiden. |
| Wahl der Konflikthilfe | Die Wahl der Unterstützung beeinflusst den Weg in die Konfliktbeilegung. Deshalb sollte man sich über die erforderliche Hilfe stets bewusst sein und prüfen, ob sie wirklich hilfreich und erforderlich ist. |
| Mediationsgegenstand | Der Mediationsgegenstand (Gegenstand der Mediation) ist das Thema, worüber zu sprechen ist, um das Problem, das Dilemma oder den Konflikt beizulegen. |
| Ende der Mediation | Die Mediation endet stets mit der Entscheidung (Ergebnis). Sie erreicht ihren Zweck allerdings bereits mit der Lösungsfindung. Die Entscheidung wird als Manifestation betrachtet, die den ersten Schritt in die Umsetzung der Lösung festhält. |
| Verhandlungslogik | Im Streit argumentieren wir, was uns der Gegner warum geben muss. In der Mediation überlegen wir, was wir anbieten können, damit wir bekommen, was wir brauchen. |
| Anomalieerkennung | Wenn die Mediation eine Klärung ermöglichen soll, ist alles, was nicht stimmig ist, klärungsbedürftig. |
| Krankheit als Grenze | Die Prinzipien der Mediation setzen die Grenzen, wenn ein Krankheitsverdacht besteht. Die betreffende Person muss mediationsfähig sein, sie muss in der Lage sein, dem Gedankengang der Mediation zu folgen und zu erkennen, worauf sie sich einlässt. Sie muss in der Lage sein Verträge abzuschließen und die Verantwortung für sich zu übernehmen. Die Mediaton darf den Krankheitszustand nicht verschlimmern. |
| Erhellung | Die Erhellung ist der Inbegriff der Verstehensvermittlung |
| Meinungen und ihre Bedeutung (2) | Meinungen trennen, Bedeutungen verbinden |
| Meinungen und ihre Bedeutung | Meinungen behaupten Wahrheit, Bedeutungen erklären Wirklichkeit |
| Was ein Mediator wissen muss | Ein Mediator sollte wissen, was er nicht weiß |
| Konfliktarbeit | Solange der Mangel besteht, bleibt der Konflikt virulent. |
| Werkzeugeinsatz in der Mediation | Der Einsatz von Mediationswerkzeugen erfolgt niemals zufällig. |
| Vernunft und Mediation | Vernunft kann und sollte Menschen aus der Unmündigkeit und von der Willkür befreien. Insofern hat sie die gleiche Aufgabe wie die Mediation. Die Mediation ist ein Prozess der gelebten Vernunft. Sie kommt nicht ohne Vernunft aus. |
| Vertraulichkeitszusage | Eine Vertraulichkeitszusage allein könnte lediglich als ein moralisches Signal verstanden werden. Rechtssicherheit entsteht erst durch konkrete Vereinbarungen zur Verschwiegenheit oder dementsprechende gesetzliche Tatbestände. Ohne diese ist die Durchsetzbarkeit vor Gericht bei einer Verletzung der Vertraulichkeit unsicher. |
| Anforderungen an die Metaebene | Die Gedanken sind frei, sodass eine Reflexion über alles möglich ist und alles hinterfragt werden kann in der Mediation. Allerdings muss die zu findende Lösung dem anzuwendenden Recht entsprechen. Das Recht könnte die Freiheit einschränken, sodass beispielsweise eine Verabredung zur Straftat nicht möglich ist. |
| Grenzen der Mediation | Unter Anwendung der kognitiven Mediationstheorie werden die Grenzen der Mediation immer erreicht, wo eine Reflexion verhindert und ein Denken vereitelt wird. |
| Synchronisation der Gedanken | Der Mediator synchronisiert nicht nur die Kommunikation, sondern auch die Gedanken. |
| Prozessarbeit | Mediation ist Arbeit am Prozess |
| verfahrens- und personenimmanente Lösungshindernisse | Zunächst sind immer die verfahrensimmanenten Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Können die Parteien auch dann, wenn der gedankliche Weg frei ist und alle Hindernisse aus dem Weg geräumt wurden, sich noch immer nicht auf konstruktive Gedanken zur Lösungsfindung einlassen, muss nach Ursachen gesucht werden, die in der Person begründet sind. |
| Ausbildungsumfang | Je tiefer Sie in die Arbeit am Konflikt einsteigen wollen, desto aufwändiger wird die Ausbildung. |
| Mediator erkennen | Sie erkennen einen Mediator an der Art des Denkens. Nicht daran, dass er Ihnen Recht gibt, sondern daran, dass er Ihnen die Erkenntnis vermittelt, zu erkennen, was das Richtige ist. |
| Mediator, Person des Vertrauens | Mediatoren sind Personen, denen Sie und der Gegner vertrauen müssen. Deshalb bestimmt §2 Abs. 1 Mediationsgesetz, dass die Parteien den Mediator wählen. Sie sollten dieses Recht das mit Bedacht ausüben und (je nach Fall) vor der Wahl einen persönlichen Kontakt in einem Vorgespräch wahrnehmen. |
| Planung und Gesprächsstrategie | So wenig Mensch und so wenig Problem wie möglich! |
| Vorbereitung der Mediation | Jede Mediation bedarf einer Vorbereitung, die allerdings im Umfang und in der Art und Weise ganz unterschiedlich ausfallen kann. |
| Terminvorbereitung | Ein Mediationstermin muss so gut vorbereitet sein, dass sich die Parteien auf den gedanklichen Weg der Mediation einlassen können und dass der Termin ungestört durchgeführt werden kann ohne dass es zu Unterbrechungen kommt, die bei sorgsamer Vorbereitung zu verhindern waren. |
| Hinderisse aus dem Weg räumen | Wenn die Mediation (nach der Mediationstheorie) dazu beitragen soll, dass die Parteien selbst die Lösung finden, mit der sie den Konflikt beilegen können, kommt die Frage auf, warum die Parteien das nicht können. Mit dieser Überlegung kommt die Frage auf, welche Hindernisse ihnen im Wege stehen und ob und wie die Hindernisse ais dem Weg geräumt werden können, damit die Parteien selbst die Lösung finden. |
| Umgang mit Streit | Es ist nicht die Aufgabe der Mediation, einen Streit zu unterdrücken oder einen Streit zu verbessern, indem noch besser gestritten wird. Ihre Aufgabe ist es, den Streit überflüssig zu machen und in eine Auseinandersetzung ohne Streit zu überführen. Wie sehr ihr das gelingt zeigt sich daran, dass es den Parteien in einer Mediation nicht gelingt, zu streiten. |
| Einführung und Begründung der Grundsätze | Einige Grundsätze sind zwar ein logischer Bestandteil des Verfahrens. Wenn sie jedoch Handlungs- oder Unterlassungsverpflichtungen begründen sollen, müssen sie vertraglich (am besten in der Mediationsdurchführungsvereinbarung) festgelegt werden. Ihre explizite Vereinbarung hilft auch bei der Festlegung, welche Grundsätze anzuwenden sind und welche nicht. |
| Verteilungsmasse | Je größer der Verteilungsspielraum (und die Verteilungsmasse) ist, umso weniger rentiert sich ein Streit. |