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Die eigenmächtige Stellvertreterin

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Die Fallbeispiele sollen zum Lernen beitragen. Sie können in Peergroups zum Üben genutzt werden, aber auch um die Methodik zu hinterfragen. Bitte schauen Sie sich die Lösungshinweise erst an, nachdem Sie den Fall ausprobiert haben. In einem Rollenspiel sollten die Briefings nur von den Personen gelesen werden, denen ein Rollenverhalten zugeschrieben wird.

Fallbeschreibung

In der Abteilung A, die für Vertrieb und Kundenbetreuung zuständig ist, wurde die Teamleitung (Abteilungsleiterin) entlassen. MA1, die bereits zuvor in dem Team, bestehend aus 12 Mitarbeitern (7 Frauen und 5 Männern) tätig war, wurde zur neuen Abteilungsleiterin ernannt. Im Unternehmen wird sie Teamleiterin genannt. MA1 war zuvor nicht die beliebteste und auch nicht die fleißigste. Sie war etwas herrisch, weshalb die Geschäftsleitung wohl dachte, dass sie sich gut durchsetzen könnte. In der Abteilung knirschte es sowieso.

Tatsächlich versuchte sich MA1, mit der neuen Machtausstattung, die sie sich zuschrieb, durchzusetzen. Sie machte sich dabei keine Freunde, zumal auch ihre Kompetenz von den Kolleginnen und Kollegen in Frage gestellt wurde. Als MA1 ihren 3 wöchigen Jahresurlaub antrat, erkannte ihre Vertretung MA2 die Führungsverantwortung und den desolaten Zustand der Abteilung.

MA2 war selbst auch Mitarbeiterin der Abteilung und Untergebene von MA1. Sie war nie die beste Freundin von MA1 und eher eine Rivalin. Die Geschäftsleitung förderte den Wettbewerb, weshalb sie die Ernennung von MA2 als stellvertretende Teamleiterin für sehr schlau hielt.

MA2 nahm die Herausforderung an. Um sich zu profilieren, ordnete sie kurzerhand ein Teammeeting an, das letztlich dazu führte, dass sich die ganze Abteilung gegen MA1 verschwor.

Nach dem Urlaub bemerkt MA1 den neu aufkommenden Ungehorsam und die gespannte Atmosphäre. Sie machte dafür ausschließlich MA2 verantwortlich, die sie des Machtmissbrauchs und der Intrige bezichtigte. Sie warf ihr vor, die Vertretungsstellung missbraucht zu haben. Es kommt zum Streit, der sich auf die ganze Abteilung auswirkt. Dort bilden sich Lager, die für und gegen die MA1 gerichtet sind.

Die Geschäftsleitung erfährt davon und erwägt, dem Rat von MA1 folgend, die MA2 zu entlassen oder strafzuversetzen. Der Betriebsrat wird von MA2 eingeschaltet. MA1 und MA2 werfen sich gegenseitig Mobbing vor. Auf Anraten des Personalchefs ist die Geschäftsführung mit einer Mediation einverstanden, bevor sie eine Kündigung ausspricht.

Briefing

Das Briefing ist verdeckt, weil es Informationen an die Parteien enthält, die der Mediator in der Regel nicht kennt. In einem Rollenspiel kann sich jede Partei das für sie einschlägige Briefing anschauen.

Rolle der MA1

Rollenverhalten der MA1:

Die MA1 leidet unter dem Hochstaplersyndrom. Sie meint ständig, dass sie die Position im Unternehmen nicht verdient habe. Sie fühlt sich überschätzt was wiederum dazu führt, dass sie meint, ständig zu beweisen wie gut sie ist und dass sie die Position und die Karriere verdient hat. Auf andere wirkt sie arrogant. Sie muss auch dauernd darauf hinweisen, wie gut sie ist. Man weiß gar nicht, ob sie sich oder andere mit diesen penetranten Hinweisen überzeugen will. Was ihr auch vorgehalten wird, ist die Strenge mit denen sie ihren Mitarbeitern gegenüber auftritt. Sie kritisiert viel und macht andere für Arbeiten verantwortlich, die sie eigentlich selbst auszuführen hat. Der MA1 ist das aber nicht bewusst.

Es war schwierig für MA1 in Urlaub zu fahren. Sie ahnte schon, dass MA2, Ihre Vertreterin keinen guten Job macht. MA2 biedert sich an. MA1 mag das gar nicht. Sie hält MA2 für Karrieregeil und rücksichtslos. Bevor sie in Urlauf fuhr hat sie MA2 gebeten, keine Entscheidungen zu treffen. Sie solle einfach alles aufschieben, bisd MA1 wieder aus dem urlaub zurück ist. MA1 versprach, sich daran zu halten.

Nach ihrem Urlaub merkt MA1, dass etwas nicht stimmt. Sie spürt, wie sie gemieden wird. MA1 macht MA2 dafür verantwortlich.

Rolle der MA2

Rollenverhalten der MA2:

MA2 ist schon lange in der Abteilung tätig. Natürlich wusste sie, dass es dort Reibereien gab. Viele machten nur Dienst nach Vorschrift. MA2 in gewisser Weise auch. Es gab sogar Mobbing-Ansätze unter einigen Kollegen und Kolleginnen. Man gönnte sich nichts, hielt Informationen vor und redete schlecht voneinander. Als MA2 die Interimsführungsverantwortung hatte, sah sie die Auswirkungen auf das Unternehmen und die schlechte Produktivität. Wenn das so weiter geht, sind wir bald alle arbeitslos mutmaßte sie. Mit der Macht der stellvertretenden Abteilungsleiterin berief sie eine Sitzung ein, um mit den Mitarbeitern und den Mitarbeiterinnen die Lasge zu besprechen. Alle litten unter dem schlechten Betriebsklima. Den Zusammenhang mit einer möglichen Kündigung oder der Auflösung der Abteilung wegen schlechter Leistungen sahen sie nicht. MA2 hatte die Idee, die Mitarbeiter zu motivieren und MA1 nach dem Urlaub eine hoch motivierte Truppe zu übergeben.

In dem Meeting stellt sich heraus, dass die meisten mit dem Führungsstil der MA1 nicht einverstanden sind. Sie konnten sich nicht beschweren, weshalb sie innerlich gekündigt hätten. Die MA1 sei gar nicht kompetent genug, um ihnen Anweisungen zu geben,, meinten einige. Das Meeting endete mit dem Auftrag an MA2, sich bei der Geschäftsleitung zu beschweren und sich für den Ersatz von MA1 einzusetzen.

Rolle der Belegschaft

Rollenverhalten der Belegschaft:

Es gibt unterschiedliche Charaktere. Das Lager "Pro MA1": Eine kleine Gruppe, die entweder aus Prinzip zur Führungskraft hält oder MA1 aus persönlicher Sympathie unterstützt. Das Lager "Pro MA2": Die größere Gruppe, die in MA2 die kompetentere und empathischere Führungspersönlichkeit sieht und MA1 für unfähig hält.

Rolle des Betriebsrates

Rollenverhalten des Betriebsrates:

Der Betriebsrat verzichtet auf die Teilnahme.

Rolle der Geschäftsleitung

Rollenverhalten der Geschäftsleitung:

Die Geschäftsleitung verzichtet auf die Teilnahme. Sie besteht auf der Kündigung der MA2, falls die Mediation nicht zu einem befriedigenden Ergebnis kommt.

Lösungshinweise

Die Lösungshinweise beziehen sich auf den konkreten Fall. Sie können sich in einem Rollenspiel druchaus anders darstellen. Das Problem, um das es geht, dürfte aber auch dort zum Vorschein kommen. Wie geht ein Mediator mit dem Fall um und was ist die Besonderheit des Falles?

Lösungsansatz
Es ist eine betriebliche Mediation, wo alle Mitarbeiter einzuladen sind. Den Schwerpunkt bildet die Konfliktanalyse. Die Arbeitsatmosphäre ist vergiftet, die Produktivität der Abteilung ist erheblich gesunken. MA1 und MA2 werfen sich gegenseitig Mobbing vor. Es ist ein besonderes Augenmerk auf die Struktur und die Verantwortlichkeiten zu legen.

Falldiskussion

Sie können im Kommentarbereich (siehe den Button unterhalb der Seite) Fragen stellen oder andere Lösnungsvorschläge zur Diskussion stellen.

Prüfungsfragen

Ist dieser Fall für eine Mediation geeignet?
Bitte prüfen Sie Geeignetheit. Wichtig ist gegebenenfalls die Unterscheidung zur der Mediationsbereitschaft!!! Dass die Parteien gegebenenfalls (noch) nicht bereit sind, die Mediation durchzuführen und Bedingungen stellen, hat nichts mit der Geeignetheit zu tun.
Was ist das Ziel der Mediation
Immer Finden einer Lösung mit der alle zufrieden sind. Siehe Zielvereinbarung und 1.Phase
Was ist der Konflikt (sind die Konflikte) dahinter?

Wie sieht eine Konfliktlandkarte aus und wie sieht die Konfliktanalyse aus? Wofür brauchen wir das genau?
Siehe Konfliktdimensionen, Konfliktanalyse und Konfliktlandkarte. Themen die aus den Konflikten gebildet werden sind:
1. evtl. Identitäten von Unternehmen, Abteilung (Systemik) - Führung
2. Struktur (Befugnisse der Teamleitung / Vertretung) - Verantwortung
3. Betriebsklima /Umgang
4. Ma1 und MA2 (Mobbing & Co)

Hindert das Hochstaplersyndrom der MA1?
Abgrenzung zur Krankheit / Persönlichkeitsstruktur. Kann / darf / muss es angesprochen werden?
Wo und wie kommt das Mobbing zur Sprache?
Prüfung ob überhaupt ein Mobbing vorliegt. Ursachen Events. In Struktur, Unternehmenskultur, …
Wie ist mit dem Betriebsrat umzugehen?
Kündigun& ist Zustimmungspflichtig. BR wurde angegangen ist „los involviert. Auch Konfliktpartei? Wie ist seine Beteiligung, Dritter?
Kann die Mediation ohne den BR durchgeführt werden?
Der Verzicht auf Teilnahme sollte hinterfragt werden.
Wie ist mit der GF umzugehen?
Kündigung ist angesagt. Ist GF auch Partei oder Dritter?

Hinweise und Fußnoten
Bitte beachten Sie die Zitier - und Lizenzbestimmungen
Bearbeitungsstand: 2025-10-14 22:24 / Version .

Siehe auch: OMA
Diskussion (Foren): Erfahrungen mit Fällen und der Fallarbeit, OMA Mediatorenausbildung. Vorschläge, Kritik, Kommentare
Geprüft:

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