Loading...
 
Skip to main content

Der Mediator unternimmt eine Rechtsberatung

Fehlerverzeichnis

Das ist ein Eintrag im Wiki to Yes Fehlerverzeichnis

Das Fehlerverzeichnis ist eine der zentralen Datenbanken im Wiki to Yes, wo alle denkbaren Fehler und Feherquellen in der Mediation erfasst und verarbeitet werden. Hier geht es zum Fehlerverzeichnis und hier geht es Back.

Bezeichnung: Der Mediator unternimmt eine Rechtsberatung
Fehlertypologie:

Rechtsanwälte sind auf das Subsummieren geeicht und meinen oft, es sei der einzig wahre Weg zur Lösungsfindung. Also neigen manche Anwälte dazu, die Mediation mit Rechtsberatung anzureichern. Was ihnen das Rechtsdienstleistungsgesetz gestattet, verbietet das Wesen der Mediation. Mediation ist keine Rechtsberatung! Jegliche zur Lösung führende Rechtsberatung widerspricht deshalb ihrem Wesen, erst Recht, wenn es eine parteiliche Beratung ist.

In der Mediation kommt es darauf an, dass die Parteien eine für sie nützliche Lösung finden. Das Recht kümmert sich nicht um den Nutzen. Wenn die Lösung am Recht gefunden wird, verfehlt sie deshalb prima facie ihren Zweck. Das bedeutet nicht dass der Mediator NACHDEM die Lösung gefunden wurde ein rechtliches Votum abgibt, wenn es aus einer neutralen Position heraus möglich ist. Ein Anwalt kann auch helfen, die Abschlussvereinbarung rechtssicher zu formulieren. In allen anderen Fällen ist die Rechtsberatung als ein haftungsrelevanter Mediationsfehler anzusehen.


Fehlerbehebung:

Der Mediator kann darauf hinweisen, dass nun die rechtliche Lösung bekannt ist. Er muss dann im Nachhinein das Ergebnis am Nutzen orientieren, also an den eigentlich in der 3.Phase herausgearbeiteten Kriterien. Die voreilige Rechtsberatung könnte wie folgt geheilt werden: Der Mediator sagt: "Jetzt wissen Sie wie das recht den Fall lösen würde. Seien Sie sich bitte bewusst, dass ein Gericht eine Entscheidungsbandbreite von ... bis ... haben wird. Lassen Sie uns doch einmal prüfen, ob das Ergebnis auch den jeweiligen Nutzenerwartungen entspricht...." Der Mediator schiebt jetzt die 3.Phase nach. Er wird bemerken, dass dies jetzt wesentlich schwieriger ist als ohne vorangestellte Rechtsberatung.

Wenn die Parteien auf seinen Rat hören und er merkt, dass sie seine Meinung kritisieren oder zu ihren Gunsten beeinflussen möchten, hat er die Rolle des Mediators verlassen. Er muss zurück zur 1.Phase und das Verfahren nachbessern. Gelingt es ihm nicht, die Rolle des Mediators wieder einzunehmen, muss er die Mediatiomn abbrechen oder in eine Schlichtung umwandeln.


Fehlervermeidung: Zurückhaltung mit jeder Form der lösungsorientierten Rechtsberatung, bis die Lösung gefunden wurde.

Das sehen Sie mit einem Premium-Zugang

Sie haben Zugriff auf weitere Datenfelder und erweiterte Nutzungs- und Aktionsmöglichkeiten, wenn Sie angemeldet sind. Lesen Sie mehr dazu im Angebot.

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier - und Lizenzbestimmungen.
Siehe auch: Schlagworte, Kategorien