Die Sprache der Mediationsschulen

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Auch die in der Mediation verwendeten Fachbegriffe sind nicht einheitlich. Manche Schulen haben sogar eigene Fachbegriffe eingeführt, um ihr Mediationskonzept herzuleiten. Das differenzierte Fachwörterbuch gibt Ihnen die Möglichkeit, die unterschiedliche Verwendung der Fachtermini nachzuvollziehen und abweichenden Lehren auf den Grund zu gehen.

Die Terminologische Zuordnung

Die einen sprechen vom Eisbergmodell, die anderen vom U-Modell und wieder andere sprechen vom PIN-Modell. Alle meinen das gleiche. Die begrifflichen Abweichungen verwirren, weshalb Wiki to Yes nicht nur ein Fachwörterbuch einführt, sondern auch versucht, den Begriffswelten der jeweiligten Lehre auf den Grund zu gehen.

 
BezeichnungBeschreibung
Erbmediation Die Erbmediation ist ein Unterfall der Rechtsnachfolgemediation, bezieht sich allerdings nur auf Erbschaften und Erbfälle. Dabei kann es um die gesetzliche oder die gewillkürte Erbfolge gehen. Meist geht es um die Frage der Verteilung des Nachlasses. Der Konflikthintergrund geht darüber jedoch hinaus.
Genealogie Die Genealogie oder die Ahnenforschung bezieht sich auf die Erforschung und Dokumentation der Abstammung, der Familiengeschichte und der Verwandtschaftsbeziehungen von Personen. Die Genealogie ist eine wichtige Methode zur Rekonstruktion von familiären Beziehungen und zur Verfolgung von Familiengeschichten über Generationen hinweg. Sie kann in der Mediation als ein Werkzeug zur Ermittlung von Familienbeziehungen und Erbschaftsverhältnissen genutzt.
EinsichtEinsicht ist ein nach innen gerichteter Prozess der dazu führt, dass Eigenschaften, Zusammenhänge und Beziehungen eines Objektbereiches subjektiv hinreichend genau erkannt, geistig erfasst und sachlich richtig begriffen werden.
GenerationenkonfliktWie der Name sagt, geht es um einen Konflikt an dem Personen unterschiedlicher Generationen beteiligt sind. Der kann die Auseinandersetzung zwischen Eltern und Kind, zwischen Mitarbeitern verschiedener Altergruppen in einem Unternehmen aber auch die unterschiedlichen Sichtweisen und Prägungen zweier oder mehrerer Generationen innerhalb der Gesellschaft betreffen. Der Generationenkonflikt kann zur Ausprägung einer Auseinandersetzung mit der älteren ebenso wie mit der jüngeren Generation werden. Vorsicht ist insofern geboten, weil der Konflikt meist nicht in der Generation begründet liegt.
Generationenmediation Mediation in Generationenkonflikten (dt. Wort für Elder Mediation).
WissenschaftGemeinhin wird die Wissenschaft als ein systematischer Ansatz zur Untersuchung und Erklärung der Naturphänomene und der menschlichen Erfahrungen angesehen. Sie basiert auf der Anwendung von logischem Denken, Beobachtung, Experimenten und Schlussfolgerungen, um Erkenntnisse über die Welt um uns herum zu gewinnen. Das Hauptziel der Wissenschaft ist es, Wissen zu generieren, bestehendes Wissen zu erweitern und zu verfeinern sowie Hypothesen zu testen und Theorien zu entwickeln, die unsere physische und soziale Realität erklären können.
Epistemologie Der Begriff Epistemologie wird synonym mit der Erkenntnistheorie verwendet. Er beschreibt einen ein Zweig der Philosophie, der sich mit der Natur, dem Ursprung und den Grenzen des Wissens befasst. Es geht um die Frage, wie wir wissen, was wir wissen, und wie wir zu unseren Erkenntnissen gelangen. Die Nähe zur Mediation stellt sich nicht nur dadurch her, dass es auch dort um Erkenntnisse geht.
SelbsteinschätzungUnter der Selbsteinschätzung wird die Bewertung oder die Einschätzung verstanden, die eine Person von sich selbst vornimmt. Sie umfasst die Wahrnehmung der eigenen Fähigkeiten, Eigenschaften, Stärken, Schwächen, Werte und Identität. Die Fähigkeit zur Selbsteinschätzung ist für die Bearbeitung des Konfliktes von entscheidender Bedeutung.
Benchmarking Qualitätscheck, der sich an Benchmarks orientiert. Siehe Check-Qualität
BenchmarksBenchmarks liefern einen Vergleichsmaßstab. Er ermöglicht die vergleichende Analyse von Ergebnissen oder Prozessen mit einem festgelegten Bezugswert oder Bezugsprozess.
StreitidentifikationFestlegung des Streit- oder besser gesagt des Mediationsgegtenstands. Anders als im Gerichtsverfahren wird der Gegenstand erst innerhalb des Prozesses in Phase zwei festgelegt. Die Streitidentifikation ergibt u.a. die Frage, wer zu beteiligen ist.
Streitgegenstand Im juristischen Verfahren der Gegenstand der Sache, die zu verhandeln ist. Der Streitgegenstand ergibt sich aus dem Antrag und dem Sachverhalt.
Anwesenheitsrecht Das Anwesenheitsrecht entspricht in der Regel dem Recht zur Teilnahme an einer Mediation. Es unterscheidet zwischen dem Recht zur Teilnahme an einem Einzelgespräch, an der assynchronen Interaktion zwischen den Sitzungen und an der Teilnahme an den Sitzungen.
Stellvertretermediation Gemeint ist eine Mediation, wenn nur eine Partei anwesend ist und die Gegenpartei an der Mediation nicht teilnimmt. Ein Mediator springt dann stellvertretend (wie in einem Rollenspiel) für die nicht anwesende Partei ein. Eine Bevollmächtigung liegt allerdings nicht vor. Ein interessanter Ansatz aber keine Mediation i.S.d. Mediationsgesetzes. Eine Abschlussvereinbarung mit dem Gegner kann nicht zustandekommen.
KonsistenztheorienDie Konsistenztheorien gehen davon aus, dass der Mensch nach Konsistenz, also nach Stimmigkeit und innerer Geschlossenheit sowie nach Widerspruchslosigkeit seiner Kognitionen strebt. Dieses Streben beeinflusst das die kognitiven Prozesse. Manchmal verleiten sie zu Fehlannahmen.
KognitionKurz zusammengefasst sind Kognitionen mentale Ereignisse, die mit einer Bewertung verbunden sind. Mentale Ereignisse sind alle mentalen Prozesse, die wir bewusst wahrnehmen können, also beispielsweise Gedanken, Gefühle und Emotionen, aber auch Bedürfnisse, Ziele und Verhaltensweisen.
ProkrastinationDer Begriff stammt vom lateinischen procrastinare ab, was aufschieben bedeutet. Er betrifft die Neigung, Pflichten nicht sofort zu erledfigen, sonden zu vertagen oder zu verschieben oder durch Ersatztätigkeiten zu kompensieren. Eine junge Forschung untersuchet den Krankheitsstatus der Prokrastination
ZettelkastenEin Zettelkasten ist eine analoge oder digitale Methode zur Organisation und Verwaltung von Informationen, Ideen und Notizen. Der Begriff stammt aus der Welt der Wissensorganisation und wurde besonders durch den Soziologen Niklas Luhmann populär, der seine umfangreiche wissenschaftliche Arbeit mit einem Zettelkasten verwaltete. Das Konzept wird für das Wiki genutzt. Es kann auch für die Mediation sogar im praktischen Fall genutzt werden.
KonfliktmotivDas Konfliktmotiv geht den Beweggründen auf den Grund, die zu einem konfliktbedingten Handeln oder Unterlassen motivieren. Die Kenntnis des Konfliktmotivs weist auf die Befriedigung hin, die der Konflikt einfordert.
MotivatorEin Motivator ist eine Person, ein Objekt, eine Situation oder ein Ereignis, das dazu beiträgt, die Motivation einer anderen Person zu steigern oder zu verstärken, um ein bestimmtes Verhalten zu fördern oder ein Ziel zu erreichen. Motivatoren können verschiedene Formen annehmen, je nach den Bedürfnissen und Zielen der Person, die motiviert werden soll. Der Konflikt stellt eine dieser Formen dar.
Heuristik
HermeneutikHermeneutik wird einmal als die Lehre von der Auslegung und Erklärung eines Textes, eines Kunst- oder Musikwerks definiert und ein anderes Mal als das Verstehen von Sinnzusammenhängen in Lebensäußerungen aller Art aus sich selbst heraus (z. B. in Kunstwerken, Handlungen, geschichtlichen Ereignissen)1 Der Begriff stammt aus dem Griechischen und kann mit erklären übersetzt werden. Die Hermeneutik wird auch als die Kunst oder die Theorie der Auslegung verstanden. Es geht darum, die Sinnzusammenhänge in Texten jeglicher Art zu verstehen.
MediationstechnikartenDer Begriff bezeichnet die Einteilung der Mediationswerkzeuge, genauer gesagt der Techniken, nach Kategorien, die sich an der Verwendung orientieren. Beipiele sind Kommunikationstechniken oder Gesprächstechniken.
Nutzenanalyse Die Mediation ist ein nutzerorientiertes Verfahren. Der Nutzen steht somit stets im Vordergrund. Die Technik der Nutzenanalyse soll dem Mediator helfen, den Nutzen zu hinterfragen.
Bedarfsanalyse Ermittlung des Bedarfs für die optimale Konfliktbeilegung. Die Analyse geht der Frage nach, was konkret benötigt wird, um den Konflikt endgültig beizulegen.
Streitvermittler Oberbegriff für die Personen, die ein Streitvermittlungsverfahren (Mediation oder Schlichtung) durchführen.
Schlechtreden Schlechtreden ist das Gegenteil von schönreden. Es bezieht sich darauf, eine Situation, ein Ereignis oder eine Handlung absichtlich in einem negativeren Licht darzustellen, als es sich objektiv betrachtet darstellt. Negative Aspekte werden betont oder übertrieben, während positive Aspekte heruntergespielt oder ignoriert werden. Das Schlechtreden ist ein Konfliktphänomen, mit dem der Mediator zurecht kommen muss.
NeolinguismenEin Neologismus ist eine Wortschöpfung, die neu in den Wortschatz einer Sprache eingeführt wird. Besonders ein neues Fachgebiet wie die Mediation schafft Raum für solche Wortschöpfungen. Nicht immer besteht dafür ein Anlass, weshalb die Neologismen zu hinterfragen sind.
Flynn-EffektDer neuseeländische Politologe James R. Flynn hat nachgewiesen, dass die menschliche Intelligenz seit ihrer Messung ständig ansteige. Allerdings verläuft die Kurve nicht konstant. Neuerdings wird auch vermehrt von einer Umkehr des Flynn Effektes (Anti-Flynn-Effekt) gesprochen, weil die Intelligenz in manchen Bevölkerungen durchgängig nachlasse.
analytisches Denken Das analytische Denken beschreibt einen kognitiven Prozess, der darauf abzielt, komplexe Probleme zu verstehen, indem sie in kleinere Teile zerlegt und systematisch untersucht werden. Es beinhaltet die Fähigkeit, Informationen zu sammeln, zu organisieren, zu bewerten und zu interpretieren, um zu logischen Schlussfolgerungen zu gelangen. Das analytische Denken bezieht sich auf Fakten. Es ist der Mediation nicht fremd und kommt dort auch zur Anwendung. Aber nicht ausschließlich und nur da, wo es hilfreich ist.
intuitives DenkenIntuitives Denken bezieht sich auf einen mentalen Prozess, bei dem Entscheidungen, Schlussfolgerungen oder Lösungen für Probleme auf der Grundlage von sofortigen Eindrücken, inneren Gefühlen oder implizitem Wissen getroffen werden. Es wird oft als Gegenstück zum analytischen Denken betrachtet.
Lehre

Lehre ist zunächst der pädagogische Prozess, durch den Lehrkräfte systematisch Wissen, Fähigkeiten, Werte und Fertigkeiten an Schülerinnen und Schüler vermitteln. Der Begriff steht auch für eine wissenschaftliche Disziplin und kann auch als als wissenschaftliche Herleitung betrachtet werden.

konvergentes Denken

Das konvergente Denken (convergent thinking) meint das zielgerichtete und logisch-rationale Denken, das immer in eine Richtung auf eine einzige logische Lösung zusteuert.

4-Phasen der KreativitätDas Vier-Phasen-Modell von Graham Wallas ist ein Modell, das den kreativen Denkprozess beschreibt. Das Modell umfasst die Phasen Preparation (Vorbereitung), Inkubation (Grübeln), Illumination (Geistesblitz bzw. "Aha-Effekt") und Verifikation (Überprüfung). Der krteative Prozess wird in der Mediation abgebildet.
KreativitätshemmungDer Begriff Kreativitätshemmung, Kreativitätsblockade, Creative Block oder Creative Impasse beschreibt einen Zustand, in dem Menschen Schwierigkeiten haben, kreative Lösungen zu finden oder ihre kreativen Fähigkeiten einzusetzen. Dieses Phänomen kann ein Grund dafür sein, dass in der Lösungsphase keine Lösungsvorschläge zustande kommen.
KreativphaseDie Kreativphase bezeichnet einen Arbeitsschritt in der Mediation, der die Phase vier einleitet oder manchmal auch mit ihr gleichgesetzt wird. Die Parteien sollen kreative Lösungen entwickeln. Das ist nicht immer leicht. Es erfordert ein kreatives Denken von dem Mediator die Fähigkeit, die Parteien zur Kreativität zu bringen, damit die Parteien über den Tellerrand gucken können.
KreativtechnikenTechniken zur Entwicklung von Ideen und Hilfestellungen, damit das Problem nicht zum Teil der Lösung wird.
forensische MediationMediation mit Gegenständen, die auch vor Gericht verhandelt werden können. Meistens Mediation mit reinem Sachbezug, evaluative Mediation.
Strategie der MediationDie Mediation führt die Parteien auf einen kooperativen Weg, indem sie den Weg in die Kooperation erleichtert und Hindernisse weggeräumt, die in eine Konfrontation führen. Der Fokus wird auf ein Ziel gerichtet war ein paralleles Denken möglich ist und die Gedanken werden hinter das Problem gelenkt, nicht in das Problem hinein.
Migrationsstrategie Die von der integrierten Mediation angewendete Migrationsstrategie erlaubte schrittweise Überführung aus einem Konfrontationsverfahren in ein kooperatives Verfahren und letztlich in eine Mediation.
Exitstrategie Eine Exitstrategie ist ein vorab geplanter Ansatz, der festlegt, wie und wann eine Person, eine Organisation oder ein Unternehmen eine bestimmte Situation, Investition oder Beziehung beenden möchte. Sie dient dazu, einen geordneten und strategischen Rückzug aus einer Situation zu ermöglichen und sicherzustellen, dass die gesteckten Ziele bestmöglich erreicht werden können.
4 typische MobbingphasenDie vier typischen Phasen des Mobbing unterscheiden die Schuldzuweisungen, den Verlust des Selbstwertgefühls, die Verunsicherung und Verängstigung sowie die Aufgabe. Im Vergleich mit den Phasen der Konflikttheorie beginnen die Phasen des Mobbings, wenn sich der Konflikt schon in die Blaming- oder Claming-Phase entwickelt hat.
Voraussetzung der MediationDie prozessualen Voraussetzungen der Mediation sind neben der Geeignetheit und der Sinnhaftigkeit zu prüfen.
NachbefassungEine Nachbefassung liegt vor, wenn der Mediator in derselben Sache nach einer Mediation für eine der Parteien tätig werden soll. Er ist nach § 3 Mediationsgesetz nicht zu dieser Tätigkeit befugt.
VorbefassungEine Vorbefassung liegt vor, wenn der Mediator in derselben Sache zuvor für eine der Parteien tätig war. Er ist nach § 3 Mediationsgesetz nicht berechtigt, dann noch eine Mediation durchzuführen.
Tätigkeitsverbot§ 3 Mediationsgesetz verbietet die Tätigkeit als Mediator falls zuvor in derselben Sache eine Tätigkeit für eine der Parteien stattgefunden hat.
TätigkeitsbeschränkungTätigkeitsbeschränkungen ist die Überschrift von § 3 Mediationsgesetz. Die Beschränkung ist ein Tätigkeitsverbot für Mediatoren bei Vor- oder Nachbefassung in derselben Sache.
Konfliktgegner Konfliktgegner sind Personen oder Unternehmungen, die unterschiedliche Interessen verfolgen. Synonyme sind auch Konfliktpartner oder Konfliktparteien
Mediation von hintenDie "Mediation von hinten" ist keine Mediationsvariante. Der Ausdruck beschreibt ein Lehrmodell, das die Mediation als ein Verhandlungskonzept aufdeckt, wenn sie von hinten abgewickelt wird. Das theoretische Modell beschreibt, wo und wie Verhandlungen in der Mediation und zu welchem Zweck sie vorkommen. Die Mediation selbst wird natürlich vorwärts abgewickelt.
Lösungsbewertung Die Lösungsbewertung ist von der Leistungsbewertung zu unterscheiden. Sie konzentriert sich auf die gefundene Lösung und bewertet ihre Nützlichkeit, die Umsetzbarkeit und die Nachhaltigkeit auch im Vergleich zu den Lösungsalternativen. Die Lösungsbewertung erfolgt in drei Schritten. Zunächst werden die gefundenen Optionen bewertet, dann erfolgt eine Nachbewertung wenn Lösungsalternativen gefunden werden und schließlich erfolgt die finale Lösungsbewertung, bevor die Lösung manifestiert wird.

Hinweise und Fußnoten

Siehe auch: Liste der Verzeichnisse, Terminologie
Prüfvermerk:
Aliase: TerminiMediationsschulen

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