| lösungsorientierte Kurztherapie | Die lösungsorientierte Kurztherapie, auch lösungsfokussierte Kurztherapie, (engl. solution focused therapy SFT) ist eine spezielle Art der Gesprächstherapie, die große Ähnlichkeiten zur integrierten Mediation aufweist. Die lösungsorientierte Kurztherapie konzentriert sich auf Wünsche, Ziele, Ressourcen, Ausnahmen vom Problem zu konzentrieren anstatt auf Probleme und deren Entstehung. |
| Pseudodifferenzierung | Während Produktdifferenzierung der formale Oberbegriff für die Strategie ist, ist Pseudo-Differenzierung der treffende Begriff für das spezifische Phänomen, das in der Mediationslandschaft zu beobachten ist. Dort gibt es eine Fülle von scheinbaren Neuerungen oder Spezialisierungen, die primär der Abgrenzung im Kampf um Aufmerksamkeit dienen und weniger der fachlichen Weiterentwicklung. |
| Produktdifferenzierung | Produktdifferenzierung beschreibt lediglich den Vorgang, ein Angebot unterscheidbar zu machen – unabhängig davon, ob diese Unterscheidung sinnvoll, substantiell oder nur eingebildet ist.
|
| Order from noise-Prinzip | Der systemtheoretisch-kybernetische Ansatz von H. von Foerster (das Prinzip des “Order from noise“) befasst sich mit der Übertragung, Verarbeitung und Rückübertragung von Informationen. Strukturen können von außen vorgegeben ("order from order") oder aus einer Selbstorganisation verbunden mit Störungen (von Foersters "order from noise") entstehen. |
| Transgressive Mediation | Transgressive Mediation bezeichnet einen Mediationsstil, der im deutschsprachigen Raum maßgeblich mit Ed Watzke verbunden wird. Kennzeichnend ist das bewusste Arbeiten jenseits eines strikt phasenorientierten Standardmodells, insbesondere in hoch eskalierten und verfestigten Dauerkonflikten. |
| Position (Stellung im Verfahren) | Der Begriff „Position“ wird in der Mediation in zwei völlig unterschiedlichen Bedeutungen verwendet. Einmal wird Position als inhaltliche Forderung verstanden, ein anderes Mal bedeutet sie die formale Stellung im Verfahren. Diese Bedeutungen dürfen nicht vermischt werden. Hier geht es um den Begriff der Position im Sinne der inhaltlichen Forderung.
|
| Position (inhaltliche Forderung) | Der Begriff „Position“ wird in der Mediation in zwei völlig unterschiedlichen Bedeutungen verwendet. Einmal wird Position als inhaltliche Forderung verstanden, ein anderes Mal bedeutet sie die formale Stellung im Verfahren. Diese Bedeutungen dürfen nicht vermischt werden. Hier geht es um den Begriff der Position im Sinne der inhaltlichen Forderung.
Positionen sind Standpunkte. In der Mediation sind sie die auf Standpunkten beruhende Forderungen, die dem Gegner gegenüber erhoben werden. Die Positionen grenzen sich von der zu findenden Lösung ab. |
| Rollenwechsel | Mit dem Rollenwechsel wird das Phänomen beschrieben, dass etwa ein (parteiischer) Sachbearbeiter oder ein entscheidungsbefugter Richter durchaus auch die Rolle als Mediator einenhmen kann. |
| Phasentransfers | Der Phasentransfers überträgt fehlende Phasen der Mediation in ein anderes Verfahren. Siehe Verfahrensstrukturvergleich. |
| Reflexion | Reflexion bezeichnet die Fähigkeit des Denkens, sich auf sich selbst zu beziehen. Sie ermöglicht es, Wahrnehmungen, Gedanken, Emotionen und Handlungen aus einer Metaebene zu betrachten, zu überprüfen und einzuordnen. Reflexion ist eine zentrale Voraussetzung für Lernen, Perspektivenwechsel und bewusste Entscheidungsfindung. Die Reflexion führt in eine prüfende Betrachtung, die in der Mediation eine Voraussetzung des umfassenden Verstehens ist. |
| Wertetheorie (Viktor Frankl) | Die Wertetheorie nach Viktor Frankl ist Bestandteil der von ihm begründeten Logotherapie und Existenzanalyse. Sie versteht Werte nicht als normativ vorgegebene Maßstäbe oder gesellschaftliche Regeln, sondern als Sinnmöglichkeiten, auf die der Mensch in Freiheit und Verantwortung antwortet. Im Unterschied zu normativen Ethiken oder sozial definierten Wertsystemen zielt Frankls Ansatz nicht auf die Bewertung von richtig oder falsch, sondern auf die Frage nach dem Wozu menschlichen Handelns. Werte fungieren dabei als Orientierungsangebote im Dienst der Sinnfindung, nicht als verbindliche Handlungsanweisungen. |
| Wertelisten | Eine Werteliste ist eine systematische oder unsystematische Zusammenstellung von Begriffen, die als Werte bezeichnet werden und der Orientierung, Reflexion oder Klärung von Prioritäten dienen. Wertelisten werden insbesondere in Bildung, Beratung, Coaching, Therapie, Mediation und Organisationsentwicklung eingesetzt. |
| Streitparteien | Streitparteien sind diejenigen Träger von Rechten und Pflichten, über die im Rahmen einer Mediation verhandelt wird. Sie bilden den materiell-rechtlichen Kern des Konflikts. Der Begriff ist vom verfahrensrechtlichen Parteibegriff zu unterscheiden und beschreibt nicht, wer an der Mediation teilnimmt, sondern wessen Rechte und Pflichten Gegenstand der Regelung sind.
|
| Konfliktparteien | Siehe auch: Parteien. Konfliktparteien sind die Parteien, die direkten oder indirekten Einfluss auf das Konfliktgeschehen nehmen. |
| Feedback | Feedback ist eine Rückmeldung oder Beurteilung über eine Handlung, eine Leistung oder eine Situation. Es bezieht sich oft auf Informationen, die einer Person oder einer Gruppe gegeben werden, um ihnen zu helfen, ihre Leistung zu verbessern, Stärken auszubauen oder Schwächen zu korrigieren. |
| Kostenentscheidung | Kostenentscheidungen regeln, wer die gerichtlichen und außergerichtlichen Kosten eines Verfahrens zu tragen hat. Sie sind ein eigenständiger Bestandteil jeder gerichtlichen Entscheidung und folgen je nach Verfahrensart unterschiedlichen rechtlichen Grundsätzen. |
| Frieden | Frieden ist nach der Definition des BMZ die Abwesenheit von gewaltsamen Konflikten oder Krieg. Danach bezeichnet der Frieden einen Zustand, in dem auftretende Differenzen zwischen Einzelpersonen, Gruppen oder Staaten auf Basis von Rechten und Gesetzen und ohne Gewalt begegnet wird. |
| Mäeutik | Auch als Hebammenkunst bezeichnet. Es ist eine von Sokrates entwickelte Frageform, die dem Gesprächspartner zu einer Erkenntnis verhilft, indem er durch geeignete Fragen dazu veranlasst wird, den betreffenden Sachverhalt selbst herauszufinden.
|
| Wertekonflikt | Bei einem Wertekonflikt geht es um die Auseinandersetzung über Werte, Weltanschauungen und Ideologien. Dazu gehören religiöse Ansichten, Identitäten, Prägungen. |
| Konfliktklärung | Die Konfliktklärung beschreibt eine Variante der Mediation aber auch der Konfliktmoderation und der Konfliktprävention. Sie geht davon aus, dass Klarheit der natürliche Feind des Konfliktes ist. |