Gesprächsregeln in der Mediation

Zusammenstellung

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Auch wenn die Mediation ein informelles Gespräch darstellt, gibt es Regeln, die den Erfolg des Gesprächs sichertellen sollen. Die Gesprächsgestaltung wird im Kapitel Gesprächsführung erördert. Hier geht es um die Regeln, die der Meditor zur effizienten Gesprächführung einführen kann und soll. Der Beitrag setzt sich aus folgenden Kapiteln zusammen:

Abgrenzungsbedarf

Bitte beachten Sie die begriffliche Unterscheidung zwischen den Gesprächsregeln der Mediation und dem Kommunikationsrahmen. Eine weitere Abgrenzung ist zum Kommunikationskontext und den Mediationsregeln vorzunehmen. Es ist ganz wichtig, dass der Mediator zwischen den Regeln der Mediation und den Gesprächsregeln zu unterscheiden weiß. Es gilt der Grundsatz:

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Gesprächsleitung

Der Mediator soll zwar das Gespräch leiten. Er hat jedoch keine Direktionsbefugnis (keine originäre rechtliche Legitimation den Parteien Anweisungen zu geben). Er kann den Parteien nicht sagen, was sie zu tun oder löassen haben. Bindende Direktiven, die das Verfahren betreffen, sind deshalb durch Vereinbarungen (auch das verfahren betreffend!) zu ersetzen. Die Vereinbarung stellt eine Mediationsabrede dar, wenn sie nicht im Mediationsvertrag oder in der Mediationsdurchführungsvereinbarung erfasst worden sind.

Recht in der Mediation

Empfehlung für Gesprächsregeln

Die Mediation ist im Grundsatz eine gelenkte informelle Kommunikation. Je mehr Regeln eingeführt werden, umso mehr wird sie formalisiert. Gesprächsregeln sind ein Element der Steuerung des Gesprächs. Sie sollten (je nach Inhalt) bedächtig verwendet werden. Das pauschale Vorschreiben von Gesprächsregeln ist mit größter Vorsicht zu genießen.

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Mit der Vorgabe von Regeln verschießt der Mediator möglicherweise sein Pulver, bevor es einen Bedarf zum Schießen gibt. Wenn es zum Eklat kommt, ist immer noch Zeit und Gelegenheit, Gesprächsregeln einzuführen. Desweiteren verhindert er Informationen über das Miteinander der Parteien. Besser wäre es, wenn er die Gesprächsregeln nicht vorgibt, sondern fragt, ob die Parteien gegebenenfalls meinen, dass die Einführung von Gesprächsregeln sinnvoll oder notwendig sind.

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Mögliche Gesprächsregeln

Adäquate Möglichkeiten zur Formalisierung in der Mediation sind deshalb:

Worterteilung
Viele Mediatoren erteilen einer Partei das Wort. "Fangen Sie doch mal an, Sie sind eine Frau", oder "Fangen Sie an, Sie sind der Kläger" usw. Bei dieser Vorgehensweise kann der Mediator schnell in ein Fettnäpfchen treten. Auch geht ihm die Information verloren, wie die Parteien mit sich und dem Konflikt umgehen. Besser ist es also, die Parteien entscheiden zu lassen, wer anfangen soll.
Redezeit
Sogenannte Vielredner nehmen Raum in Anspruch. Manche muss man reden lassen, damit Informationen generiert werden, andere muss man daran hindern. Die Einführung von Redezeiten ist eine Idee, die Parteien anzuhalten, sich kurz zufassen.
Ausreden lassen
Hier hilft die Technik des Redestabs.
Keine Beleidigungen
Beleidigungen sind ohnehin nicht erlaubt und sogar strafbar. Es kann jedoch helfen, wenn ausdrücklich darauf hingewiesen wird. Siehe Beleidigung.
Vertraulichkeit
Die Vertraulichkeit ist keine Gesprächsregel, sondern eine Mediationsregel. Sie wird also in dem Zusammenhang festgelegt bzw. vereinbart.

Bedeutung für die Mediation

Es ist eine Aufgabe des Mediators, die Gesprächsführung so zu gestalten, dass sich die Parteien offen erklären können.1 Die Gesprächsregeln sind dafür gegebenenfalls ein Hilfsittel. Ihre Einführung obliegt dem Ermessen des Mediators, das er nach den Anforderungen des Falles und dem Verhalten der Parteien ausübt. Er sollte davon nur Gebrauch machen, wenn ein Bedarf besteht, das Gesprächsverhalten zu disziplinieren. Wenn Gesprächsregeln eingeführt werden, ist der Mediator ebenfalls daran gebunden.

Was tun wenn ...

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Siehe auch: Beleidigungen, Gesprächsführung, Onlinemediation, Einzelgespräch, Gesprächsführung
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