Die Sprache der Mediationsschulen
Wissensmanagement » Diese Seite gehört zur Rubrik Schulen der Wiki-Abteilung Akademie. Sie befinden sich auf der Seite Termini wo die unterschiedliche Terminologie der jeweiligen Lehre identifiziert wird. Beachten Sie bitte auch:
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Auch die in der Mediation verwendeten Fachbegriffe sind nicht einheitlich. Manche Schulen haben sogar eigene Fachbegriffe eingeführt, um ihr Mediationskonzept herzuleiten. Das differenzierte Fachwörterbuch gibt Ihnen die Möglichkeit, die unterschiedliche Verwendung der Fachtermini nachzuvollziehen und abweichenden Lehren auf den Grund zu gehen.
Die Terminologische Zuordnung
Die einen sprechen vom Eisbergmodell, die anderen vom U-Modell und wieder andere sprechen vom PIN-Modell. Alle meinen das gleiche. Die begrifflichen Abweichungen verwirren, weshalb Wiki to Yes nicht nur ein Fachwörterbuch einführt, sondern auch versucht, den Begriffswelten der jeweiligten Lehre auf den Grund zu gehen.
Die Examensdatenbank wird ständig erweitert. Sie können helfen. Sollten Sie einen Begriff vermissen oder anders definieren, geben Sie bitte einen Hinweis, wenn Sie die Änderung nicht selbst einbringen.
| Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|
| Aber weg-Technik | Menschen neigen zu einem ja-aber Denken. Die aber Aberweg-Technik soll Ihnen das aber aus dem Kopf holen, um die Gedanken aus einem Nein in ein Ja zu überführen. |
| Konfliktnavigator (Coaching) | Methode zur systematischen Konfliktanalyse und zur Entwicklung von Lösungsschritten im Coaching, das die Autonomie und die Selbstwirksamkeit der Betroffenen unterstützen soll. |
| aktives Zuhören | Aktives Zuhören beschreibt ein intensives, verstehendes Zuhören. Der Zuhörer zeigt nicht nur, dass er aufmerksam zuhört, er bescheinigt das was er verstanden hat auch durch Rückmeldungen (Loop). Das aktive Zuhören wird in den Loops durch das Paraphrasieren oder das Verbalisieren erweitert. |
| Storytelling | Geschichten erzählen (Beispiele, Gleichnisse) |
| Ablaufschema | Siehe Phasenablaufschema. Das Phasenablaufschema fasst die Einzelheiten, die sich aus der Ablaufbeschreibung der Mediation ergeben, zusammen. |
| Mediatorenfähigkeit | Die Fähigkeit des Mediators mit dem vorliegenden Konflikt zurechtzukommen. Sie wird mit der subjektiven Geeignetheit geprüft. |
| digitale Kommunikation | Sie wird im 4. Axiom der Kommunikation erwähnt. Demnach bedient sich die menschliche Kommunikation analoger und digitaler Modalitäten. Der digitale Inhalt ist das Wort. Der analoge Inhalt ist die Art und Weise wie es gesagt wird. Die Kommunikation erschließt sich aus dem einen und dem anderen. Die analoge Kommunikation ergibt die Bedeutung für die digitale Kommunikation wie umgekehrt. |
| analoge Kommunikation | Die sinnlich wahrnehmbare, non-verbale Kommunikation. Sie wird in der Mediation mit dem Spiegeln bzw. mit der Technik des Verbalisierens digitalisiert (also ansprechbar gemacht). |
| Hybridausbildung | Der Begriff wurde eingeführt, um die Frage der Präsenzpflicht in der Ausbildung zu konkretisieren. Weil eine reine Onlineausbildung in der Mediation als unzureichend angesehen wird, bezeichnet die Hybridausbildung die Kombination von Onlinepräsenz und realer Präsenz. Sie ist vom Fernstudium abzugrenzen. |
| digitale Kompetenz | Die digitale Kompetenz beschreibt die Fähigkeit, die Onlinetechnik zur Verwirklichung der Mediation einzusetzen. Ihr Hauptanwendungsfall ist die Online-Mediation. |
| Online-Meeting | Der Begriff bezeichnet in der Regel Gespräche, die virtuell über das Internet stattfinden. Online-Meetings ist also ein Oberbegriff. Hier meinen die Meetings meist spontane Treffen mit nur wenigen Teilnehmern. Das Format würde auf ein Einzelgespräch zutreffen. Es ist von den Online-Workshops, den Online-Konferenzen, den Online-Mediationen und den Online-Supervisionen abzugrenzen. |
| Mediationsfähigkeit | Analog zur Prozessfähigkeit die Fähigkeit der Partei an einer Mediation teilzunehmen |
| Teilnahmeeignung | Siehe Teilnahmeberechtigung. Die Frage der Eignung zur Teilnehme geht allerdings mit der Frage der Mediationsfähigkeit einher. |
| Teilnahmeberechtigung | Es geht um die Frage, wer überhaupt alles an einer Mediation teilnehmen muss, kann und darf. |
| Recherchenverzeichnis | Recherchen spielen in der Mediation eine wichtige Rolle. Das Recherchenverzeichnis stellt den Recherchebedarf in der Mediation zusammen und die dazu angebotenen Hilfsmittel bei Wiki to Yes. |
| Recherche | Recherchen spielen in der Mediation eine wichtige Rolle. Sie sind das Mittel um sich intensiv zu bemühen, etwas herauszufinden, sich zu informieren oder Kenntnisse anzueignen. Sachverhaltsrecherchen obliegen den Parteien. Die Recherchen des Mediators konzentrieren sich auf Fragen zur Herangehensweise in der Mediation, zur Aneignung von Hintergrundwissen und zur Einschätzung von Situationen und Verhaltensweisen als Grundlage für eine Verfahrensentscheidung. Wiki to Yes bietet dafür viele Hilfestellungen an. |
| Nutzenkriterien | Die in der Mediation zu erarbeitenden Nutzenkriterien sind mit den Erfolgskriterien der Mediation gleichzusetzen. Sie werden in der dritten Phase erarbeitet. |
| Rollenklärung | Eine Partei oder ein Beteiligter können in der Mediation unterschiedliche Rollen einnehmen. Die Klärung und Zuweisung der Rolle ist außerordentlich wichtig, um die dem Status der Person zugeschriebenen Verhaltens- und Bedeutungsmerkmale festzulegen. Was für die Mediation wichtig ist, betrifft auch andere Verfahren und Beziehungen, wo Menschen in unterschiedlichen Rollen auftreten. |
| Rolle | Eine Rolle im soziologischen Verständnis beschreibt die dem Status einer Person zugeschriebenen Verhaltens- und Bedeutungsmerkmale. |
| Zukunftsprinzip | Die Mediation sucht Lösungen für die Zukunft in der Gegenwart. |
| Vertraulichkeit | Die Vertraulichkeit ist eine Bedingung, die die Gesprächsoffenheit sicherstellen soll. Sie wird auch als ein Prinzip beschrieben. |
| Transparenzprinzip | Das Transparenzprinzip ist eines der Grundsätze der Mediation. Es ergibt sich aus der Notwendigkeit, alle Entscheidungen (auch die das Verfahren betreffend) im Konsens zu treffen. |
| Offenheit | Der Grundsatz der Offenheit betrifft die Gesprächsoffenheit und die Lösungsoffenheit. |
| Konsensprinzip | Das Konsensprinzip zählt zu den theoretischen Grundlagen der Mediation. Es kann aber durchaus auch als einer der Grundsätze der Mediation herangezogen werden. Der Grundsatz besagt, dass alle Entscheidungen in der Mediation im Konsens zu treffen sind. Niemand hat das Recht Anweisungen zu geben. |
| Informiertheitsgrundsatz | Der Mediator hat (auch) darauf zu achten, dass alle entscheidungsrelevanten Informationen erhoben werden. |
| Indetermination | Die Indetermination beschreibt das Phänomen und die Voraussetzungen zur Nichtbeeinflussbarkeit des Mediators. Es handelt sich um ein Prinzip der Mediation das über den Grundsatz der fehlenden Entscheidungsbefugnis hinausgeht. Die Indetermination Ist ausschlaggebend für das typische Kommunikationsmodell der Mediation. |
| Eigenverantwortlichkeit | Eigenverantwortlichkeit ist die Übernahme der Sorge für und durch sich selbst. |
| Augenhöhe | Augenhöhe ist nicht nur der Augenstand im Gesicht, sondern meint im übertragenen Sinne als gleiche Augenhöhe auch auf gleichem Rang oder gleicher Verhandlungsposition befindlich. Der Mediator hat darauf zu achten, dass es den Parteien gelingt auf gleicher Augenhöhe zu verhandeln. |
| Ergebnisoffenheit | Die Mediation ist lösungsoffen. Nur so ist es möglich, die Parteien zu einer Lösungssuche zu bewegen. |
| Neutralität | Sie wird oft mit der Allparteilichkeit gleichgesetzt. Die Neutralität ist ihre Bedingung. Sie besagt, dass der Mediator beide Parteien in gleicher Weise verstehen kann und keine Partei bevorzugt. Die Neutralität muss aus der Sicht der Parteien und der des Mediators beachtet werden. Er muss darauf hinweisen, wenn Bedenken gegen seine Neutralität bestehen. |
| fehlende Entscheidungsbefugnis | Das Prinzip der fehlenden Entscheidungsbefugnis soll sicherstellen, dass das Kommunikationsmodell der Mediation verwirklicht wird. |
| Gleichbehandlungsgrundsatz | Die Pflicht, alle Parteien gleich zu behandeln. |
| Verstehensgrundsatz | Der Verstehensgrundsatz weist darauf hin dass die Mediation eine Verstehensvermittlung ist. Das Verstehen steht im Mittelpunkt, nicht die Lösung. Die Lösung ergibt sich daraus. |
| Unmittelbarkeitsprinzip | Das Prinzip der Unmittelbarkeit so sicherstellen, dass der Mediator nur Informationen aus erster Quelle ersten in der Informationsverarbeitung und Verwertung einbringt (oder darauf hinweist dass die Information nur indirekt zu verwerten ist). |
| Unabhängigkeit | Der Grundsatz der Unabhängigkeit stellt sicher, dass der Mediator weisungsunabhängig und in eigener Verantwortung handelt. |
| Suchgrundsatz | Der Grundsatz weist darauf hin, dass es bei der Mediation und die Suche nach einer Lösung geht. |
| Selbstregulierungsgrundsatz | Grundsatz der Selbstregulierung weist darauf hin, dass die Mediation an selbst regulierende Systeme darstellt. Der Grundsatz appelliert daran, alle Elemente zur Geltung zu bringen, die diesen Effekt unterstützen. |
| Kooperation | Strategische Grundform, die das Zusammenwirken mehrerer Personen zur gemeinsamen Zweckerreichung beschreibt. Die Kooperation grenzt sich von der Konfrontation ab. |
| Freiwilligkeit | Das Recht die Mediation jederzeit und fristlos zu kündigen (abzubrechen) ohne Angabe von Kündigungsgründen. |
| Allparteilichkeit | Sie wird oft mit der Neutralität gleichgesetzt. Die Neutralität ist ihre Bedingung. Der Zweck der Allparteilichkeit ist es jedoch, Balance herzustellen. Die Allparteilichkeit ist deshalb ein Instrument für den Mediator, gleiche Augenhöhe herzustellen, wo die Parteien dazu nicht in der Lage sind. |
| Curriculum | Ein Curriculum beschreibt ein Lehrprogramm. Es geht über einen Lehrplan hinaus, der in der Regel auf die Aufzählung der Unterrichtsinhalte beschränkt ist. Das Curriculum orientiert sich an den ausgewiesenen Lehrzielen und am Ablauf des Lehr- und Lernprozesses. Insbesondere enthält es Aussagen über die Rahmenbedingungen des Lernens und die damit zu erzielende Qualifikation. |
| Verfahrensergebnis | Besonders in der Mediation kommt es darauf an, das Verfahrensziel vom Verfahrensergebnis zu unterscheiden. Das Ziel entspricht dem Zweck (in der Mediation also dem Finden einer Lösung). Das Ergebnis beschreibt das, was hinten herauskommt (gegebenenfalls also die Abschlussvereinbarung). Das Ziel einer Mediation (also das Finden einer Lösung) kann auch erreicht werden, ohne dass es zu einer Abschlussvereinbarung kommt. |
| Verfahrensziel | Das Verfahrensziel ist (besonders in der Mediation) vom Verfahrensergebnis abzugrenzen. Das
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| Werkzeuge der Mediation | Im Verständnis der Mediation bezeichnen Werkzeuge die Gesamtheit aller Hilfsmittel und Vorgehensweisen, die zur Verwirklichung der Mediation beitragen. Im engen Verständnis werden damit die Techniken der Mediation beschrieben. |
| Mediationsakten | Mediationsakten sind Fallakten. Sie enthalten die Dokumente, die zu einem Fall gegebenenfalls zu verwahren sind, Protokolle bzw. Dokumentationen, Daten der Parteien usw. |
| Falldokumentation | Dokumentation über eine durchgeführte Mediation. Die Dokumentation wird zu Ausbildungszwecken genutzt. Sie war im Entwurf der Ausbildungsverordnung vorgeschrieben und wurde durch die Supervision ersetzt. |
| Protokolle | Verhandlungsmitschriften; Festhalten der wichtigsten Erkenntnisse und Entscheidungen entlang einer Verhandlung. |
| Computer | Computer sind Rechner, die auch in der Mediation hilfreich sind. Sie können für verschiedene Zwecke eingesetzt werden. Die Fähigkeit, mit dem Computer umzugehen wird sogar in der Ausbildung unterrichtet (zB bei Onlinemediation). |
| Moderationskoffer | Der Moderationskoffer enthält alles was für die Moderationstechnik notwendig ist. Kärtchen in verschiedenen Farben und Formen, verschiedenfarbige Stifte, Nadeln, Klebeband, usw. |
| Moderationstafel | Als Moderationstafel wird eine Stellwand beschrieben, an die sich Karten und Plakate mit Pins anheften lassen. Auch kann die Moderationstafel dafür verwendet werden, ein großes Packpapier anzubringen, sodass das Format etwa mehrere Spalten für mehrere Teilnehmer aufnehmen kann. Die Moderationstafel ist ein sinnvolles Hilfsmittel in der Mediation zur Visualisierung. |
Siehe auch: Liste der Verzeichnisse, Terminologie
Prüfvermerk:
Aliase: TerminiMediationsschulen