Die Sprache der Mediationsschulen

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Wissensmanagement » Diese Seite gehört zur Rubrik Schulen der Wiki-Abteilung Akademie. Sie befinden sich auf der Seite Termini wo die unterschiedliche Terminologie der jeweiligen Lehre identifiziert wird. Beachten Sie bitte auch:

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Auch die in der Mediation verwendeten Fachbegriffe sind nicht einheitlich. Manche Schulen haben sogar eigene Fachbegriffe eingeführt, um ihr Mediationskonzept herzuleiten. Das differenzierte Fachwörterbuch gibt Ihnen die Möglichkeit, die unterschiedliche Verwendung der Fachtermini nachzuvollziehen und abweichenden Lehren auf den Grund zu gehen.

Die Terminologische Zuordnung

Die einen sprechen vom Eisbergmodell, die anderen vom U-Modell und wieder andere sprechen vom PIN-Modell. Alle meinen das gleiche. Die begrifflichen Abweichungen verwirren, weshalb Wiki to Yes nicht nur ein Fachwörterbuch einführt, sondern auch versucht, den Begriffswelten der jeweiligten Lehre auf den Grund zu gehen.

 
BezeichnungBeschreibung
KonfliktmanagerWer für die Bewältigung, Vermeidung oder Bearbeitung von Konflikten zuständig ist.
ErfolgErfolg ist das Erreichen von Zielen. Um den Erfolg in der Mediation feststellen zu können, ist es also von ausschlaggebender Bedeutung, ihr Ziel genau festzulegen (1.Phase) und die Kriterien für den Erfolg zu definieren (3.Phase).
EnergieerhaltungssatzDer Energieerhaltungssatz besagt, dass sich die Gesamtenergie in einem abgeschlossenen System nicht ändert. Sie kann jedoch zwischen verschiedenen Energieformen umgewandelt werden. In der Mediation wird der Energieerhaltungssatz analogisiert, um den Umgang und die Wirkung der Konfliktdynamik (die ja auch eine Energie darstellt) anschaulich zu erklären.
gelingende MediationDer Begriff wird in der Fachwelt häufig gebraucht. Er steht für eine erfolgreiche Mediation.
EigenkostenEigenkosten sind die nicht an Dritte zu zahlenden Aufwendungen zur Beilegung eines Konfliktes. Die Eigenkosten sind gegen die Konfliktkosten abzugrenzen und teilweise mit ihnen identisch.
KosteneisbergDamit werden die erheblichen, nicht sichtbaren (und nicht bilanzierten) Konfliktkosten im Unternehmen angesprochen. Der Begriff verdeutlicht, dass es sich um einen erheblichen Kostenfaktor handelt, der unter der Wasseroberfläche verborgen ist und nicht beziffert werden kann.
DenkhindernisseHindernisse, die dem mediativen Denken (dem Denken an eine konstruktive Lösung im Streit) im Wege stehen. Es ist die Aufgabe des Mediators, den Parteien zu helfen, die Hindernisse zu überwinden.
KonfliktvermittlungVermittlung (Ausgleich von Gegensätzen) im Konflikt. Siehe auch Konfliktvermittlungsverfahren.
SystematikEine die planmäßige Einordnung in abstrakte Klassen. Für die Mediation werden verschiedene Systematiken zur Verfügung gestellt. Sie sollen dazu beitragen, die Vielfalt der Werkzeuge zu erfassen und zu kategorisieren.
MediatorenkammerBerufskammern sollen die die Selbstverwaltung innerhalb einer Berufsgruppe sicherstellen. Kammern sind hoheitlich eingerichtet und unterliegen dem öffentlichen Recht. Eine Berufskammer für Mediatoren gibt es jedoch nicht. Einige Verbände verstehen sich als Berufsverbände und nehmen die Aufgaben einer Kammer wahr.
AusführungsqualitätDie Qualität der Mediationsdurchführung betrifft die Messbarkeit und Effizienz der Mediationsleistung.
QualitätDie Qualität der Mediation beschreibt, wie das optimalste Ergebnis mit geringstem Aufwand bei vorgegebenen Arbeitsbedingungen zuverlässig zu erzielen ist. Um die Qualität korrekt einschätzen zu können, wird hier zwischen der Ausübungsqualität und der Ausbildungsqualität unterschieden.
QualitätsdiskussionAuseinandersetzung über Fragen der Qualität der Mediation. Um die Qualitätsdiskussion besser einordnen zu können, wird zwischen der Ausbildungsqualität und der Ausführungsqualität unterschieden.
MindeststandardEs ist das wesentliche Ziel der Ausbildungsverordnung zur Qualitätssicherung und Markttransparenz Mindeststandards für die Ausbildung von zertifizierten Mediatoren festzulegen, die für das Führen der Bezeichnung zertifizierter Mediator erfüllt sein müssen.
KonfliktbewältigungSiehe Konfliktbeilegung
SukzessionSiehe Rechtsnachfolge
RechtsnachfolgeDie Rechtsnachfolge beschreibt den Übergang der Rechte und Pflichten von einem Rechtsvorgänger zu einem Rechtsnachfolger. Typische Anwendungsfälle sind das Erbrecht und die Unternehmensnachfolge.
RechtsgestaltungDie Rechtsgestaltung grenzt sich von der Rechtsanwendung ab. Die Privatautonomie garantiert die Freiheit bei der Gestaltung von Rechtsverhältnissen, etwa durch Vertrag.
GestaltungsrechtDas Gestaltungsrecht ist von der Rechtsgestaltung zu unterscheiden. Im Gegensatz dazu handelt es sich um ein bereits eingeräumtes Recht, gestaltend auf das Rechtsverhältnis einzuwirken. Meist sind damit einseitige Rechtsgeschäfte wie die Kündigung gemeint.
ZulässigkeitDie Mediation ist nur zulässig, wenn sie keiner Verbotsnorm im Wege steht. Die Zulässigkeit ist als eine Verfahrensvoraussetzung stets zu prüfen.
SinnhaftigkeitDie Frage, ob eine Mediation auch Sinn macht, geht über die Prüfung der Geeignetheit hinaus. Wenn Bedenken bestehen, dass die Mediation den angestrebten Zweck erreichen kann, hat der Mediator darauf hinzuweisen.
VerfahrensgesetzEin Gesetz, das ein formell vorgegebenes Verfahren regelt und das Prozessrecht festlegt. Beispiel: Zivilprozessordnung. Ein Gesetz ist stets eine hoheitliche Regelung. Wenn die Mediation ein privates, freiwilliges, informelles Verfahren ist, bei dem die Eigenverantwortlichkeit der Parteien im Vordergrund steht, muss sich eine hoheitliche Regelung zurückhalten.
BerufsgesetzEin Berufsgesetz regelt die Zugangs- und Abwicklungsbedingungen für eine Berufsausübung. Um die Berufsfreiheit zu sichern, werden häufig Kammern beliehen, um die berufsrechtlichen Rahmenbedingungen verbindlich festzulegen.
höchstpersönliche RechteHöchstpersönliche Rechte sind unveräußerbare und unvererbliche Rechte, über die nur der Inhaber oder die Inhaberin disponieren darf. Die Entbindung von der Verschwiegenheitspflicht ist z.B. ein höchstpersönliches Recht.
Voll-MediatorEine Bezeichnung für einen Berufsmediator, der ausschließlich die Mediation als Dienstleistung anbietet ohne Bezug zum Grundberuf (wie z.B. Anwaltsmediator)
VermeidungDie Vermeidung ist kein Verfahren, aber eine mögliche Strategie der Konfliktlösung. Mache Verfahren eignen sich zur Vermeidung von Konflikten. Auch die Mediation kann dazu herangezogen werden.
SchiedsgerichtsverfahrenEin von den Parteien bestimmte dritte Person entscheidet den Fall ähnlich einem Richter
private JudgingDas ist ein Schiedsgerichtsverfahren bei dem ein pensionierter Richter wir in einem Gericht entscheidet.
Inter-MediationDie Inter-Mediation ist ein Oberbegriff, der alle Formen der Mediation im internationalen und interkulturellen Kontext erfasst und gegen andere Verfahren angrenzt. Die Inter-Mediation fasst also die Cross Border Mediation, die interkulturelle Mediation und die internationale Mediation zusammen und grenzt sie gegeneinander ab.
ConflictCouragingDas ConflictCouraging wird als eine spezielle Methode der Konfliktbewältigung im Rahmen einer Mediation vorgestellt. Es beschreibt eine Möglichkeit, wie Coaching und Mediation zusammengeführt werden können. In einem vorausgehenden Coaching haben die Konfliktparteien die Möglichkeit, das eigene Konfliktverhalten mit professioneller Unterstützung zu reflektieren und gegebenenfalls zu modifizieren. Coach und Mediator sind nicht identisch.
evaluative Mediation(Rechts-)bewertende Mediation. Es handelt sich um ein Mediationsmodell
substantielle MediationSiehe: materielle Mediation
transformative MediationTransformative Mediatoren versuchen, die Art der Konfliktinteraktion der Parteien durch Anerkennung und Empowerment zu stärken, damit sie ihre Konflikte selbst produktiv bewältigen.
sondierende MediationMediation auf dem Niveau eines Sondierungsgespräches
mixed MediationAndere Bezeichnung für die blendedMediation
eclected MediationEclectic heißt vielseitig. Die eclectic Mediation ist eine andere Bezeichnung für die blendedMediation
blended MediationDie blended Mediation mischt die Mediationsmodelle innerhalb einer Mediation. Sie wird auch als mixed mediation bezeichnet.
kognitive MediationMediation nach dem Konzept der kognitiven Mediationstheorie. Der Begriff wird auch synonym zur Integrierten Mediation verwendet.
MetamediationEine virtuelle Mediation, die über allen Verfahren liegt und dazu beiträgt, dass die in den Verfahren verwirklichten Schritte der Mediation zusammengefasst werden können.
early neutral Evaluation (ENE)Das Verfahren zielt darauf ab, den Fall für ein Verfahren zu positionieren. In einer Gesprächsrunde werden die Risiken und Chancen einer möglichen Regelung ausgelotet
juridical Settlement Verhandlungen im oder ausserhalb des Gerichts über eine gütliche Streitbeilegung (Vergleichsverhandlung).
Peer ReviewEin Peer-Review (englisch für Begutachtung durch Ebenbürtige) ist ein Verfahren zur Beurteilung der Qualität.
Court Annexed ADR ProcessesMulti-Door-Courthouse: Das Gericht fungiert als Schnittstelle für die verschiedensten ADR Verfahren
systemische MediationDer Begriff wird häufig verwendet, ohne dass genau herausgestellt wird, was damit gemeint ist. Die systemische Sichtweise deutet darauf hin, dass der Mediator auch die hintergründigen Zusammenhänge und die wechselseitige Beeinflussung der Elemente, Systeme und der Umwelteinflüsse im Blick hat.
PräsenzmediationMit dem Begriff wird eine Mediation bezeichnet, bei der die Parteien physikalisch präsent sind. Der Begriff dient zur Unterscheidung von einer Onlinemediation oder Hybridmediation
virtuelle MediationDie virtuelle Mediation beschreibt den Gedankengang der Mediation nach der kognitiven Mediationstheorie. Wenn die Mediation im Verständnis der integrierten Mediation als ein kognitiver Vorgang verstanden wird, kann sie den Gedankengang auch virtuell (also rein gedanklich) abbilden. Die virtuelle Mediation lässt sich aus dem Korsett des formalen Verfahrens herauslösen.
konventionelle MediationDer Begriff der konventionellen Mediation ist synonym mit dem Begriff der reinen Mediation zu verstehen.
reine Mediation Der Begriff der reinen Mediation ist synonym mit dem Begriff der Mediation zu verstehen, wie er im Mediationsgesetz definiert wurde. Der Begriff wurde zur Verdeutlichung der integrierten Mediation eingeführt. Der Gesetzgeber verwendet ihn allerdings im Verständnis einer idealtypischen Mediation. Die reine Mediation beschreibt die Mediation als ein selbständiges, isoliertes und formelles Verfahren, das alle (also auch nicht idealtypische) Formen der Mediation einschließt.
institutionelle MediationSiehe "institutionalisierte Mediation"
verpflichtende MediationSiehe "mandatory Mediation"

Hinweise und Fußnoten

Siehe auch: Liste der Verzeichnisse, Terminologie
Prüfvermerk:
Aliase: TerminiMediationsschulen

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