Die Sprache der Mediationsschulen

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Auch die in der Mediation verwendeten Fachbegriffe sind nicht einheitlich. Manche Schulen haben sogar eigene Fachbegriffe eingeführt, um ihr Mediationskonzept herzuleiten. Das differenzierte Fachwörterbuch gibt Ihnen die Möglichkeit, die unterschiedliche Verwendung der Fachtermini nachzuvollziehen und abweichenden Lehren auf den Grund zu gehen.

Die Terminologische Zuordnung

Die einen sprechen vom Eisbergmodell, die anderen vom U-Modell und wieder andere sprechen vom PIN-Modell. Alle meinen das gleiche. Die begrifflichen Abweichungen verwirren, weshalb Wiki to Yes nicht nur ein Fachwörterbuch einführt, sondern auch versucht, den Begriffswelten der jeweiligten Lehre auf den Grund zu gehen.

 
BezeichnungBeschreibung
RechtsnachfolgekonfliktKonflikt zwischen Erblasser und Erbnehmer, zwischen Unternehmensveräußerer und -übernehmer oder in sonstigen Fällen wo jemand in die Rechtsposition einer anderen Person eintritt oder diese übernimmt.
intersubjektiver KonfliktKonflikt zwischen Subjekten, wozu auch Entitäten gehören, die nicht natürliche Personen sind.
sozialer KonfliktEine Person (Partei) ist im Konflikt mit einer anderen Person, unabhängig von der Frage um welchen Konflikt es sich handelt. Soziale Konflikte unterscheiden sich von inneren Konflikten. Das Mediationsgesetz bezieht sich auf die sozialen Konflikte.
ethnische KonflikteDie Berufung auf die ethnische Zugehörigkeit führt zu sozialen Konflikten, wenn aus der Ethik (der behaupteten Volkszugehörigkeit) ein Unterwerfungsanspruch hergeleitet wird (siehe Rassismus).
Interkulturelle KonflikteStreitigkeiten, bei denen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen betroffen sind.
GesundheitsdienstleistungDie Gesundheitsdienstleistung erfasst alle Arten von Dienstleistungen im Gesundheitswesen, wie z.B. die Dienstleistungen in Krankenhäusern, Fachkliniken, Sanatorien, Rehazentren, Heil- und Pflegeanstalten, Arztpraxen sowie der Ärzte, Psychotherapeuten, Apotheker, Logopäden, Physiotherapeuten und Krankenpfleger.
SeelsorgeDie Seelsorge bezeichnet die persönliche, geistliche Begleitung und Unterstützung eines Menschen insbesondere in Lebenskrisen durch einen entsprechend ausgebildeten Seelsorger. (Zitat aus https://de.wikipedia.org/wiki/Seelsorge)
MediationsdienstleistungVerstehensorientierte Streitvermittlung
CoachingDer Coach (als Dienstleister) begleitet den Coachee bei der Entwicklung eigener Lösungen
KonfliktlotseEine Vertrauensperson im Unternehmen, die als Konfliktmittler angestellt ist und selbst versucht Konflikte zu schlichten, oder die Parteien zu einem externen Mediator vermittelt.
RechtsvertretungVertretung in Rechtsangelegenheiten. Der Vertreter kann für den Betroffenen auftreten und handeln. In manchen Gerichtsverfahren ist die Vertretung durch einen Anwalt vorgeschrieben.
RechtsdienstleistungRechtsdienstleistung ist eine juristische Dienstleistung, die im Rechtsdienstleistungsgesetz geregelt und Anwälten vorbehalten ist.
Pflegeberater
AnwaltSiehe Rechtsanwalt
RechtsanwaltRechtsanwälte haben die Aufgabe, ihrem Auftraggeber mit rechtsstaatlichen Mitteln zu seinem Recht zu verhelfen. Zu diesem Zweck können sie jedermann beraten oder vertreten, soweit sie nicht zuvor in derselben Angelegenheit die Gegenseite beraten bzw. vertreten haben oder andere Vertretungsverbote eingreifen.
SeelsorgerAusgebildete Seelsorger unterstützen und begleite Menschen in Lebenskrisen.
KonfliktlotseDer Konfliktlotse ist eher eine Funktion als ein Beruf. Konfliktlotsen werden in Betrieben zur Streitschlichtung eingesetzt. Meist handelt es sich um Mediatoren.
SyndikusanwaltEin Syndikus ist ein Rechtsanwalt, der im Rahmen eines dauerhaften Beschäftigungsverhältnisses seine Arbeitszeit und Arbeitskraft einem nichtanwaltlichen Arbeitgeber wie einem Unternehmen, Verband oder einer Berufsständischen Körperschaft sowie Stiftung zur Verfügung stellt.
RechtsbeistandDer Rechtsbeistand ist juristisch ausgebildet und kann Personen vor Gericht vertreten, wo kein Anwaltszwang besteht. Rechtsbeistand ist die Berufsbezeichnung für Personen, denen die unbeschränkte (Vollerlaubnis) oder beschränkte Erlaubnis (für bestimmte Rechtsgebiete) nach Art. 1 § 1 Rechtsberatungsgesetz erteilt worden ist.
Richter
Lehrbeauftragter
Professor
Trainer
Unternehmensberater
Ausbilder
Dozent
Richter
Gutachter
Architekt
Psychologe
Therapeut
Coach
FehleranalyseDas Verfahren zur Ermittlung von Fehlern in der Mediation
FehlersucheMediationsfehler ergeben sich aus Regelverstößen oder bei einer den Zweck verfehlenden Verwendung einer Technik. Die Ausführungen im Kapitel Haftung oder die Fehlerdatenbank helfen, Fehler aufzuspüren oder zu vermeiden.
WasserfallmethodeEine Vorgehensweise, die einer Form des Projektmanagements nachgebildet ist. Das Wasserfallmodell betrachtet Projekte (Projektteile) als linear aneinandergereihte Einheiten, wo das Ergebnis des einen Teils (Projektes) den Ausgangspunkt des nächsten ergibt.
Walt Disney MethodeGedanklich wird die Partei durch 3 Denkräume geführt, woraus sich 3 Phasen ableiten lassen: die Analysephase, die Kreativphase und die Bewertungsphase
KontrollfrageEine gute Frage, die es dem Mediator erlaubt, in seine Rolle zurückzufinden, den Verfahrensablauf oder die Verfahrensrelevanz von Informationen und Verhalten zu erkennen lautet: "Was würde die Mediation dazu sagen?". Die Frage wird als eine sinnhafte Intervention innerhalb der Mediation gesehen, die das Verstehen des Geschehens dadurch befördern kann, dass sie versucht, die Verstehensverstehenskapazität zu erhöhen.
PsychodramaPsychotherapeutische Methode, bei der die Patienten ihre Konfliktsituationen schauspielerisch darstellen
Raum gebenDas lineare Denken verführt dazu, sofort auf Argumente einzugehen und sie weiterzudenken. Manchmal verliert sich ein Gespräch bei der linearen Kommunikation in die Streitthemen, sodass daraus eine zirkuläre Kommunikation wird. Um dies zu verhindern, müssen Argumente (Informationen, Motive usw.) aufgegriffen werden, ohne sie sofort abzuarbeiten. Stattdessen wird ein Gesprächsraum angeboten, wo der Gedanke ausführlich besprochen wird.
IgnorierenBei einem bewussten Ignorieren zeigt der Mediator, dass ein Verhalten der Partei oder ihre Aussage keine Aufmerksamkeit bekommt und keine Reaktion bei ihm auslöst.
KinobesucherUm den Kontext nicht aus dem Blick zu verlieren, sollte der Mediator auch (und zwar zusätzlich!) die Perspektive eines Kinobesuchers einnehmen. Er hört der Partei nicht nur zu. Er beobachtet auch den Anlass, die Art des Vorbringens, das Verhalten und die Interaktion mit dem Gegner, um das Gesagte in diesen Kontext einzubeziehen. Ein Kinobesucher achtet weniger auf wörtlichen Zitate und die inhaltlichen Aussagen als auf den Gesamtzusammenhang, die Geschichte, die Eindrücke, die Rollen der Akteure und die Spannung, die das Schauspiel ihm vermittelt.
BrainwalkBrainwalk ist eine Kreativtechnik, die bei Moderationen verwendet wird. Die Gedanken werden. sozusagen im Gehen entwickelt und in Gruppen auf einem Flipchart notiert.
Anker setzenBeim Ankern oder Anker setzen werden externe Reize (etwa mit dem Finger in die Fläche der anderen Hand stoßen) mit einer bestehenden Erinnerung bewusst verknüpft. Der Anker kann selbst oder von jemandem anderes gesetzt werden.
Counter SpeechDie Gegenrede wird als ein mögliches aber nicht unumstrittenes Mittel im Kampf gegen Hasspredigten verwendet. Es geht darum, dem Hass etwas entgegenzusetzen. Die Methode ist spannend genug, sich damit auseinanderzusetzen. Die Hassrede kann zumindest theoretisch Gegenstand einer Mediation sein (z.B. Cybermobbing) oder bei Hasszitaten direkt vorkommen. Gegenrede bedeutet einfach nur Gegenwind und zeigen, dass der Hass nicht unkommentiert stehen bleibt. In der Mediation, wo davon auszugehen ist, dass die Parteien Kommunikationspartner des Mediators sind, gibt es sicher wirkungsvollere Methoden. Fraglich ist abe, ob die Methoden der Mediation auf Hassreden in der Öffentlichkeit anzuwenden sind.
Gesprächsregeln einführenDas sind Regeln wie sich die Parteien im Gespräch zu verhalten haben. Die Gesprächsregeln sollten nicht mit den Grundsätzen der Mediation oder den Grundsätzen der Gesprächsführung verwechselt werden. Sie können eingeführt werden, wenn das Gespräch anderenfalls zu entgleisen oder auszuufern droht.
RealitätskontrolleIm Gegensatz zum Realitätscheck bewirkt die Realitätskontrolle eine Überprüfung der Fakten, auf der die Lösung basiert und um eine Aussage darüber treffen zu können, ob die gefundene Lösung zukunftsfähig ist.
bevollmächtigenGrundsätzlich ist es möglich, eine Partei oder einen Kollegen (Co-Mediator) zu bevollmächtigen. Gegebenenfalls hat der Mediator auch dazu beizutragen, dass die Handlungsfähigkeit einer Partei durch eine Bevollmächtigung sichergestellt werden kann.
Konfliktmotoridentifikation

Mehrere Konflikte erhöhen die Unübersichtlichkeit. Es geht darum, den treibenden Konflikt zu identifizieren, um den best möglichen Angriffspunkt bei der Fallbearbeitung (Konfliktlösung) in der Mediation herauszufinden.

SandwichtechnikDie Sandwichtechnik, auch Sandwichtaktik oder Sandwichmethode genannt, beschreibt eine optimierte Form des Feedbacks und ist zugleich eine Feedbacktechnik)). Sie verpackt kritische Anmerkungen wie in einem Sandwich in ein, das der Kritik vorangestellt wird und ihr nachfolgt.
PositionierenDer Begriff wird hier synonym mit der Standortbestimmung in der Mediation verwendet. Die Positionierung erfolgt mit Hilfe der Mediationslandkarte

Hinweise und Fußnoten

Siehe auch: Liste der Verzeichnisse, Terminologie
Prüfvermerk:
Aliase: TerminiMediationsschulen

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