Emanzipation
Der Begriff geht auf einen lateinischen Ursprung zurück, der sich aus den Wortteilen e, manus und capere zusammensetzt, was so viel bedeutet wie "aus der Hand nehmen". Der Begriff beschreibt eine Verselbständigung, die es dem Individuum erlaubt, eine eigene Dynamik der Lebensgestaltung sowie der Lebensplanung zu entwickeln.
Die Emanzipation spielt in vielen Beziehungskonflikten eine Rolle. Dabei beschränkt sich das Phänomen nicht nur auf die naheliegende Entlassung des Sohnes aus der väterlichen Gewalt, was der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs entspricht.1 Die Emanzipation hat deshalb nicht nur eine familiäre, sondern auch eine gesellschaftliche Bedeutung und spielt auch noch im Erwachsenenstadium eine wichtige Rolle, etwa bei der Trennung und Scheidung, wo es letztlich auch auf die Autonomisierung der Eheleute, also die Wiedererlangung der Individualität ankommt. Die folgenden Beispiele zeigen einige Fälle auf, wo die Emanzipation eine Rolle gespielt hat:
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Was die Beispiele gemeinsam haben, ist der soziale Effekt der Emanzipation. Sie wird an der Reaktion der anderen gemessen. Es gibt einen Zusammenhang mit der Selbstsicht und der Resilienz. Wenn die Emanzipation dem Individuum erlaubt, sein Leben selbst zu gestalten, liegt die Betonung auf dem Selbst und damit zusammenhängend auf dem Selbstwert. Das Selbst hat eine große Wirkung auf die soziale Bedeutung der Emanzipation. Das eine reagiert auf das andere. Daraus ergeben sich zwei Strategien:
- Das soziale Umfeld wird verändert, indem es die Emanzipation akzeptiert und ermöglicht.
- Das Individuum ändert sich, indem es die Reaktionen der Umwelt von seiner Selbstbestimmung ablöst.
In der Mediation besteht die Möglichkeit, diese Fragen offen anzusprechen. Sie hat sogar den Vorteil, das Individuum und die Umwelt besser aufeinander abzustimmen, sodass beide Seiten ein Verständnis füreinander entwickeln und den Prozess ausbalancieren können. Dann ist die Emanzipation kein Kampf mehr, sondern ein Lernprozess, mit dem sich Beziehungen optimieren lassen. Ob und wie die Mediation diesen Prozess unterstützen kann, hängt von dem zugrunde liegenden Mediationskonzept und dem Mediationsmodell ab. Die Mediation kann die unterschiedlichen Sichten und Bedürfnisse herausarbeiten und auf eine gemeinsame Sicht zusammenführen, die sich auf die Bedürfnisse aller Seiten einlässt. Wie bei der Resilienz beschrieben, kann sie die Schutzfaktoren herausarbeiten, die eine Emanzipation begünstigen und deshalb zur Stärkung des Individuums beitragen.
Stärkung des Individuums durch Resilienz
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Alias: Pubertät
Siehe auch: Kindschaftssachen
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