| Widerstand | Widerstand bedeutet Abwehr und drückt sich in einer Handlung aus, mit der sich die Person widersetzt. Der Begriff Widerstand wird als Herausforderung in der ZMediatAusbV erwähnt. |
| Wertschätzung | Wertschätzung bezeichnet die positive Bewertung eines anderen Menschen. Sie gründet auf eine innere allgemeine Haltung anderen gegenüber. Die Wertschätzung betrifft den Menschen als Ganzes. Der Gegensatz ist die Geringschätzung. |
| Verweigerung | Üblicherweise beschreibt die Verweigerung das Abschlagen einer Bitte, eines Vorschlags oder die Abweisung einer Forderung. Die Verweigerung kann eine psychologische Ursache haben, die passiven Widerstand
hervorruft. Es gibt also eine innere und eine äußere Verweigerungshaltung. In der Mediation kommt beides zum Tragen. Die Verweigerung kann sich auf das Zustandekommen der Mediation oder auf die Mitarbeit in der Mediation erstrecken. Die Mediation kennt Mechanismen, um die Verweigerung zu überwinden. |
| Verletzung | Medizinisch und psychologisch bedeutet Verletzung eine Wunde. Verletzung bedeutet auch die Beschädigung eines Gegenstandes oder der Bruch einer Regel. |
| Vergebung | Die Vergebung erlaubt es, einen Schuldvorwurf als erledigt zu betrachten oder auf ihn zu verzichten. Die Vergebung kann als eine Coping-Strategie eingesetzt werden. |
| Trotz | Der Trotz ist kein Gefühl. Er beschreibt eine Form der Widersetzlichkeit und ist ein Konfliktverhalten. Das Wort wird verwendet, um zu sagen, dass etwas geschieht oder wahr ist, auch wenn es etwas gibt, das es daran hindern könnte, zu geschehen oder wahr zu sein. Psychologisch gesehen wird ein Verhalten ausgedrückt, mit dem die Ablehnung gegen die von einer anderen Person geäußerten Forderungen mit heftigem Affekt ZUM Ausdruck gebracht wird. |
| Suchterkrankung | Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Sucht als „eine physische und psychische Abhängigkeit von Substanzen oder Verhaltensweisen, die zu wiederholtem und zwanghaftem Konsum trotz negativer Konsequenzen führt“. Die Erkrankung bezeichnet die Unfähigkeit, den Konsum zu kontrollieren. Es gibt Aufassungen, die besagen, dass eine Mediation bei Sucht nicht möglich sei. Die Auffassung ist umstritten. |
| Harmoniesucht | Mit diesem Begriff wird ein Verhaltensmuster von Menschen beschrieben, das stets auf die momentane Harmonie (gute Stimmung) ausgelegt ist, die konfliktfördernden Konsequenzen daraus aber oft nicht übersieht. |
| Shitstorm | Ein Shitstorm ist ein Sturm der Entrüstung. Das Phänomen ist im virtuellen Raum und in sozialen Medien anzutreffen. Er richtet sich gegen Personen oder Organisationen und kann die Grenze zum Cybermobbing überschreiten. |
| Selbstüberschätzung | Selbstüberschätzung, ein allgegenwärtiges Phänomen in menschlichen Denken und Verhalten, bezieht sich auf die Tendenz von Menschen, ihre Fähigkeiten, Eigenschaften oder Leistungen zu überschätzen oder positiver zu bewerten als objektive Daten dies nahelegen. Im Konflikt kann die Selbstüberschätzung zu einem Hindernis werden, die Konfliktursachen zu erkennen. |
| selbstwertdienliche Verzerrung | Auch self-serving bias genannt, beschreibt die Wahrnehmungsverzerrung, mit der Erfolge stets einem inneren Tatbestand oder einer eigenen Kompetenz zugeschrieben werden. Negative Ergebnisse werden hingegen einem äußeren Tatbestand oder Ereignis zugeschrieben. |
| Selbstsystem | Das Selbstsystem beschreibt das eigenständige Regulations- und Handlungssystem, mit dessen Hilfe eine Person ihr Innen- und Außenleben nach ihren Interessen gestalten kann. |
| Schwarzmalerei | Umgangssprachlich für Negativitätsverzerrung. Das menschliche Gehirn verarbeitet negative Informationen stärker als positive. |
| Resilienz | Der Begriff Resilienz bezeichnet die psychische Widerstandskraft. Er meint die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen. Die innere Widerstandskraft gegen Stress ist auch ein Thema in der Mediation, wenn es darum geht, der Partei zu helfen, sich dem Konflikt und den Anfeindungen des Gegners zu stellen. |
| Schönreden | Schönreden bezieht sich auf die Neigung, etwas in positiverem Licht darzustellen, als es objektiv ist. Mit dem Schönreden geht oft eine Verzerrung oder Verschleierung der Wahrheit einher, um ein günstigeres Bild zu erzeugen oder um die negativen Aspekte einer Situation herunterzuspielen oder zu ignorieren. |
| Schuld | Schuld ist ein vorwerfbares Verhalten, das als Vergehen gegen eine geschriebene oder ungeschriebene Regel gesehen wird. Schuld verlangt nach Sühne, Vergeltung oder Wiedergutmachung. |
| Rache | Rache ist weniger ein Gefühl als eine soziale Interaktion bei der ein emotionaler Aspekt in den Vordergrund tritt. Die Rache stellt deshalb die von Emotionen geleitete Vergeltung für eine als Unrecht empfundene Tat dar. Oft wird die Rache in der Vergeltung versteckt oder geht in ihr auf. |
| Problemtrance | Die Problemtrance beschreibt das Phänomen, dass Menschen durch die immer stärker werdende Fokussierung eines Problems ihre ganze Aufmerksamkeit dem Problem widmen und damit das Problem dermaßen vergrößern, dass es ihnen kaum noch gelingt, einen Ausweg zu finden. Wie in einer Trance geraten sie in einen emotional lähmenden Zustand, der den inneren Dialog verkürzt, Angstbilder aufruft, und negative Erfahrungen verstärkt. |
| Prinzipienreiterei | Prinzipienreiterei ist ein Begriff, der oft negativ konnotiert wird und eine Haltung beschreibt, bei der jemand starr an Prinzipien oder Regeln festhält, auch wenn dies in einer konkreten Situation unpraktisch oder unangemessen erscheint. Es geht also darum, Prinzipien oder Ideale übermäßig und unflexibel durchzusetzen, oft ohne Rücksicht auf die tatsächlichen Umstände oder das Wohl aller Beteiligten. |
| Persönlichkeit | Die Persönlichkeit kommt in den charakteristischen, individuellen Eigenschaften eines Menschen zur Geltung. Der Begriff wird auch für Menschen mit ausgeprägten individuellen Eigenarten verwendet. |