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U-Boot-Mediation

Lexikon

Datensatz-ID: 14816
Bezeichnung: U-Boot-Mediation
Verzeichnisse: Mediationen
Verwendung:
Fachbuch: Mediation-Systematik
Siehe auch:

Wissensmanagement » Abteilung Wissen / Archiv
Es gibt viele Arten und Varianten der Mediation. Warum nicht auch eine U-Boot-Mediation. Die Recherche, worum es sich handelt, kommt zu folgendem Ergebnis:

Aufgefallen war der Begriff wegen einer Markenzeichenanmeldung. Die Deutsche Marke Ubootmediation, U-Boot-Mediation wurde als Wortmarke am 20.02.2017 beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet. Der aktuelle Status der Marke ist "Eintragung nicht möglich". Der Urheber wird nicht genannt, aber eine Erläuterung. Demnach beschreibt die Ubootmediation (oder U.Boot-Mediation) eine spezielle Art der Mediation. Es handelt sich um einen Begriff, der ein besonderes inaktives Verhalten des Mediators beschreibt und die Arbeitsweise des Mediators als Allparteilichen Dritten widerspiegelt1

Einordnung in die Mediationssystematik
Die Mediationssystematik unterscheidet verschiedene Klassen, die in ihrer Kombination ein klares Bild über die Leistungsfähigkeit der Mediation ergeben. Das Mediationsverständnis bildet den Ausgangspunkt. Diese Mediation wird der folgenden Kategorie zugeordnet:

Mediationsformen

Interaktion im Fokus

Etwas konkreter wird Hartung, der den Ursprung des Begriffs auf ein Konzept zurückführt, das die Mediatorin Peggy H. Frye in den 80iger Jahren in den USA entwickelt haben soll.2 Leider gibt es dazu keinen konkreten Quellenhinweis. Auch die Recherche in den relevanten Fachjournalen, Datenbanken und Archiven ließ sich nicht durch eine Primärquelle belegen. Laut Hartung soll die U-Boot-Mediation herausstellen, dass der Mediator zunächst nicht in Erscheinung tritt und wie ein U-Boot (für die jeweils gegnerische Partei) unsichtbar bleibt. Der Ablauf wird so beschrieben, dass der Mediator oder die Mediatorin die Parteien im Vorgespräch, bei Vertragsabschluss und bei einem ersten Gespräch stets separat aufsucht und getrennte Gespräche führt. Erst in einem zweiten Termin werden die Parteien zusammengeführt.

Verdeckte Shuttle-Mediation

Die Vorgehensweise erinnert an eine Shuttle-Mediation, für die es ja auch ganz unterschiedliche Ausprägungen gibt.. Verdächtig wird das Konzept je nach dem wie das nicht in Erscheinung treten zu verstehen ist. Möglicherweise soll eine verdeckte Form der Shuttle-Mediation bezeichnet sein, in der die Beteiligten entweder nicht wissen, dass parallel auch mit der Gegenseite verhandelt wird, oder zumindest nicht vollständig informiert sind über den Prozessablauf und den Status der anderen Partei. Dann erklärt sich das Bild des unsichtbaren U-Boots, wo der Mediator als Unterwasserfahrer Sitzungen und Kommunikation zwischen den Parteien so steuert, dass diese keinen unmittelbaren Austausch haben und oftmals die vollständige Prozesslogik nicht kennen.

Damit unterscheidet sich die U-Boot-Mediation von der klassischen Shuttle-Mediation und verdient eine spezifizierende Bezeichnung. Die Vorgehensweise kann strategisch sinnvoll und bei der Anbahnung einer Mediation erforderlich sein, wo es ohnehin zu einer asymmetrischen Kontaktaufnahme kommt, die durchaus auch eine intensivere Auseinandersetzung mit einer der Parteien erfordern mag.

Bedeutung für die Mediation

In Fachkreisen wird der Begriff der U-Boot-Mediation durchaus als Warnung begriffen. Der Mediator muss darauf achten, dass keine Prinzipien verletzt werden. Der Mediator kann nicht im Verborgenen arbeiten. Nach §3 Mediationsgestz besteht eine Offenbarungspflicht für alles, was seine Neutralität in Frage stellt. Deshalb muss er sogar Vorgespräche offenlegen, wenn sie einseitig waren. Dann kommt die Frage auf, wie und mit wem er den Mediationsvertrag abschließt, wenn die Parteien nichts voneinander wissen. Außerdem sind nach §2 Abs. 3 Mediationsgesetz getrennte Gespräche nur zulässig, wenn alle Parteien zustimmen. Wenn der Mediator sich an diese Regeln hält, bleibt von dem U-Boot nicht mehr viel übrig.

Hinweise und Fußnoten
Bitte beachten Sie die Zitier - und Lizenzbestimmungen.
Bearbeitungsstand: 2026-02-23 13:09 / Version .

Aliase: Ubootmediation
Prüfvermerk: -