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Wertelisten

Zusammenstellung

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Die Mediation ist ein Prozess der gelebten Vernunft. Sie kommt nicht ohne Vernunft und die Vernunft nicht ohne Mediation aus.

Wertelisten begegnen uns in vielen Kontexten: in Schule und Bildung, in Coaching und Therapie, in Organisationsentwicklung, Mediation und Persönlichkeitsarbeit. Sie versprechen Orientierung, indem sie Begriffe bereitstellen, die als „Werte“ bezeichnet werden. Zugleich entsteht häufig der Eindruck, dass hier Begriffe nebeneinandergestellt werden, ohne dass ihr Sinn, ihre Herkunft oder ihre Funktion geklärt wird.

Dieser Beitrag möchte nicht eine weitere Liste hinzufügen, sondern erklären, wozu Wertelisten dienen, welche Grenzen sie haben – und wie sie sinnvoll genutzt werden können.

Was leisten Wertelisten?

Wertelisten sind keine Abbildungen objektiver Werteordnungen. Sie sind Sammlungen von Begriffen, die Menschen helfen sollen, eigene Präferenzen zu erkennen, Entscheidungen zu reflektieren, Konflikte besser zu verstehen oder Prioritäten sichtbar zu machen. Dabei handelt es sich nicht um Werte selbst, sondern um sprachliche Marker für Bedeutungsräume. Begriffe wie „Freiheit“, „Sicherheit“, „Erfolg“ oder „Zugehörigkeit“ verweisen auf Erfahrungen, Erwartungen und Haltungen – nicht auf eindeutig definierte Inhalte.

Wertelisten sind daher Werkzeuge zur Selbst- und Fremdklärung, keine normativen Maßstäbe.

Werte erschlagen

Die nachfolgende Wertecloud ist eine Zusammenstellung von Wertebegriffen aus drei unterschiedlichen Listen.

Aktivität | Abenteuer | Anstand | Aufgeschlossenheit | Aufrichtigkeit | Ausgeglichenheit | Aussehen | Authentizität | Bekanntheit | Beharrlichkeit | Beliebtheit | Bescheidenheit | Beständigkeit | Bequemlichkeit | Bewusstheit | Bildung | Bewegung | Beziehungen | Charakter | Cleverness | Dankbarkeit | Dazugehören | Demut | Diplomatie | Disziplin | Diskretion | Dynamik | Ehre | Ehrlichkeit | Einfachheit | Effizienz | Eigenverantwortung | Eigentum | Einfluss | Empathie | Entschlossenheit | Entspannung | Entwicklung | Erfolg | Erfahrung | Ernährung | Exzellenz | Fairness | Familie | Figur | Fleiß | Flexibilität | Freiheit | Freude | Freundlichkeit | Freundschaft | Frieden | Führung | Fürsorge | Gefühle | Gelassenheit | Geduld | Gedankenfreiheit | Gemeinschaft | Genauigkeit | Genuss | Gerechtigkeit | Geselligkeit | Gesundheit | Gewaltfreiheit | Glaube | Glaubensfreiheit | Gleichberechtigung | Glücklich sein | Großzügigkeit | Güte | Harmonie | Herausforderung | Heimatverbundenheit | Hilfsbereitschaft | Hoffnung | Humor | Individualität | Innovationsgeist | Integrität | Intelligenz | Intimität | Klarheit | Komfort | Kompetenz | Konsequenz | Kontrolle | Kreativität | Kultur | Körperliche Aktivität | Körperlichkeit | Leidenschaft | Lernen | Leistung | Lebensfreude | Lebensqualität | Lebenssinn | Lebendigkeit | Liebe | Loyalität | Macht | Meinungsfreiheit | Menschlichkeit | Milde | Mitgefühl | Mut | Nachhaltigkeit | Nachdenken | Nachsicht | Natur | Natur Umwelt | Nächstenliebe | Neugierde | Objektivität | Offenheit | Optimismus | Ordnung | Partnerschaft | Perfektion | Persönliches Wachstum | Phantasie | Privatsphäre | Pünktlichkeit | Qualität | Reinheit | Reichtum | Reisen | Respekt | Risiko | Romantik | Ruhe | Sanftmut | Scharfsinn | Sicherheit | Selbständigkeit | Selbstbestimmung | Selbstverwirklichung | Schönheit | Solidarität | Sorgfalt | Souveränität | Spannung | Sparen | Spaß | Spiritualität | Spontaneität | Sport | Stärke | Struktur | Tatkraft | Tiefgründigkeit | Tierliebe | Toleranz | Tradition | Überfluss | Umweltschutz | Umsicht | Unabhängigkeit | Verbundenheit | Verantwortung | Vertrauen | Vernunft | Vielfalt | Vorurteilsfreiheit | Wahrheit | Wärme | Weisheit | Weitsicht | Wertschätzung | Widerstandsfähigkeit | Wirksamkeit | Wissen | Wohlbefinden | Wohlstand | Wohnqualität | Würde | Zielstrebigkeit | Zufriedenheit | Zusammenhalt | Zuverlässigkeit | Zugehörigkeit | Zweisamkeit


Die Begriffe wurden aus den Wertelisten von Values matter1 , Bertelsmann,2 Values academy3 oder der TU Braunschweig4 entnommen. Redundanzen wurden bereinigt. Die in der Cloud zusammengestellten Begriffe sind sicherlich erstrebenswert. Aber sind es deshalb auch gleich Werte? Ist die körperliche Aktivität ein Wert? Wie steht es mit Eigentum und Intelligenz? Es ist sicher wertvoll, das eine zu tun und das andere zu haben. Aber ist es deshalb auch ein Wert?

Die Gefahr ungeordneter Wertesammlungen

Wenn Sie in Google nach Werteliste suchen, stoßen Sie auf überraschend viele Treffer. Viele der verbreiteten Wertelisten werfen sehr unterschiedliche Kategorien zusammen, etwa:

  1. Tätigkeiten (z. B. Arbeit, Lernen, Sport),
  2. Zustände (z. B. Glück, Ruhe, Sicherheit),
  3. Haltungen (z. B. Toleranz, Ehrlichkeit),
  4. soziale Beziehungen (z. B. Familie, Freundschaft),
  5. Ziele (z. B. Erfolg, Wohlstand),
  6. oder Fähigkeiten (z. B. Kreativität, Intelligenz).

Ohne Ordnung entsteht der Eindruck, als seien alle Begriffe gleichartig und gleichrangig. Die Liateb erfüllen ihren Sinn, wenn sie zum Nachdenken anregen. Sie verlieren ihn, wenn sie die Begriffe als solche unreflektiert abhaken.

Die Frankl’sche Wertetrias als Ordnungsrahmen

Eine bewährte Möglichkeit zur Strukturierung von Wertelisten bietet die von Viktor E. Frankl entwickelte Unterscheidung von drei Wertgruppen. Sie ordnet Werte nicht nach Inhalten, sondern nach der Art des Erlebens.

  1. Schöpferische Werte – Erleben durch Tun: Schöpferische Werte verwirklichen sich im aktiven Gestalten. Sie kommen dort zum Tragen, wo Menschen handeln, etwas beitragen oder Verantwortung übernehmen. Beispiele sind: Arbeit und Leistung, Engagement und Mitwirkung, Kreativität und Gestaltung, Verantwortung und Wirksamkeit. In der Mediation zeigen sich schöpferische Werte etwa in der Bereitschaft, aktiv an Lösungen mitzuwirken oder Verantwortung für Vereinbarungen zu übernehmen.
  2. Erlebniswerte – Erleben durch Empfangen: Erlebniswerte verwirklichen sich im Erleben dessen, was uns begegnet. Sie betreffen das Wahrnehmen, Genießen und Erfahren. Dazu gehören insbesondere: Beziehungen und Nähe, Freude, Liebe, Freundschaft, Natur, Kultur und Schönheit, Geborgenheit und Vertrauen. In Konflikten werden Erlebniswerte häufig verletzt oder bedroht – etwa Zugehörigkeit, Anerkennung oder Sicherheit.
  3. Einstellungswerte – Erleben durch Haltung: Einstellungswerte beziehen sich auf die innere Haltung, mit der Menschen unveränderlichen oder belastenden Situationen begegnen. Sie kommen dann zum Tragen, wenn weder Handeln noch Vermeiden möglich ist. Beispiele sind: Würde, Gelassenheit, Mut, Akzeptanz, Hoffnung, Sinnorientierung. Gerade in schwierigen oder festgefahrenen Konflikten sind Einstellungswerte oft der Schlüssel, um wieder handlungsfähig zu werden.

Der Sinn von Wertelisten in Mediation und Beratung

In der Mediation dienen Wertelisten nicht dazu, „richtige“ Werte zu bestimmen. Ihr Zweck liegt vielmehr darin, verdeckte Motive sichtbar zu machen, hinter Positionen liegende Bedürfnisse zu verstehen, Konflikte als Wertekonflikte zu erkennen, und neue Perspektiven auf Handlungsoptionen zu eröffnen. Eine strukturierte Werteliste unterstützt diesen Prozess, indem sie Unterscheidungen ermöglicht, statt Begriffe beliebig aneinanderzureihen.

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Das Beispiel zeigt, wie Werte helfen, Bedeutungen zu erhellen und welche Rolle eine Werteliste dabei spielen kann.

Bedeutung für die Mediation

Wertelisten entfalten ihren Nutzen nicht durch Vollständigkeit, sondern durch Struktur und Reflexion. Die Einteilung in schöpferische Werte, Erlebniswerte und Einstellungswerte hilft, Begriffe einzuordnen und ihren Sinnzusammenhang zu verstehen. Damit werden Wertelisten von bloßen Aufzählungen zu Werkzeugen der Orientierung – für persönliche Klärung, für Konfliktarbeit und für sinnorientierte Mediation.

Hinweise und Fußnoten
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Bearbeitungsstand: 2026-02-18 15:45 / Version .

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Bemerkung: Produkthinweis
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