Mediation von A-Z

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Lexikon

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Einträgen alle für die Mediation relevanten Fachbegriffe alphabetisch geordnet zusammen. In den einzelnen Lexika finden Sie Auszüge, die nach Themen geordnet sind. Die Zusammenstellungen helfen bei der Datenauswertung. Die Enzyklopädie verfeinert die Schlagwortsuche und die Suche über Kategorien. Ihre Besonderheit besteht darin, dass Sie nicht nur nach Begriffen, sondern auch nach deren Vorkommen in der Mediation und nach weiteren Zusammenhängen suchen und filtern können. Benutzen Sie bitte das Suchfeld im Hauptmenü für eine noch weitergehende, allgemeine und umfassende Suche im Mediationswiki. Dies ist die Vorversion zur Enzyklopädie, falls Sie an die alte Fassung gewöhnt sind.

Zusammenstellung der in der Enzyklopädie gespeicherten Begriffe.
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BezeichnungBeschreibung
PaarkonfliktAls Paarkonflikt wird die Störung in der Beziehung von Eheleuten zu- und miteinander beschrieben.
Paartherapie

Paartherapie ist eine anerkannte Form therapeutischer Arbeit, die sich auf Beziehungsprobleme in Paaren konzentriert. Sie wird jedoch nicht als eigenständige Therapieform mit eigener Theorie geführt, sondern als Setting bzw. Anwendungsfeld innerhalb verschiedener therapeutischer Schulen. Korrekt ist also die Bezeichnung: Paartherapie im Rahmen von …“ (z. B. systemischer Therapie oder Verhaltenstherapie).

PacingBeim Pacing werden Verhaltensweisen angeglichen, um Vertrauen aufzubauen. Begriff und Technik stammen aus dem NLP. Das Pacing dient ebenso wie das Leading dem Rapport)
paradoxe InterventionDie paradoxe Intervention erzeugt einen irritierenden Widerspruch, der geeignet ist Muster zu durchbrechen. Sie ist in ihrem Effekt vergleichbar mit der Starttaste bei Windows bei den Cache-Speicher geleert und die Systeme neu hochgeladen werden müssen, damit das System wieder funktioniert
Paradoxie Die Paradoxie wird synonym zu dem Begriff Paradoxon verwendet. Sie beschreibt ein unerwartetes Ereignis oder eine unerwartete Aussage, die wie ein Widerspruch erscheint. Die Mediation selbst ist paradox.
Paradoxie der MediationDie Mediation wird manchmal als paradox bezeichnet, weil sie auf den ersten Blick widersprüchliche Elemente vereint. Diese scheinbaren Widersprüche machen die Mediation zu einem komplexen und vielschichtigen Prozess, der jedoch gerade durch diese Balance oft erfolgreich ist.
paralleles DenkenDas Denken wird auf ein gemeinsames Ziel ausgerichtet, so dass alle Teilnehmer (parallel) in die gleiche Richtung denken. Die Methode wurde von de Bono beschrieben.
ParallelprozesseProzesse, die optional oder real neben dem gewählten Verfahren ablaufen und darauf Einfluss nehmen.
ParaphrasierenRückmeldung des Gemeinten. Der Zuhörer sagt mit eigenen Worten was er verstanden hat von dem was der Gesprächspartner gemeint haben könnte.
paraverbale KommunikationDiese paraverbale Kommunikation ist eine begleitende Kommunikation. Sie betrifft die Art und Weise, wie eine Botschaft übermittelt wird. Sie erfolgt ebenfalls nonverbal und drückt sich im Tonfall, im Schweigen, in der Aussprache, in der Lautstärke, der Tonlage, der Sprachmelodie, der Betonung, der Sprechgeschwindigkeit, aber auch eventuell im Lachen, Seufzen, Räuspern, Kopfnicken, Murmeln, Stammeln usw. aus.
Pareto-EffizienzIn der Spieltheorie wird eine Situation dann als pareto-effizient betrachtet, wenn es unmöglich ist, den Gewinn eines Spielers zu erhöhen, ohne den Gewinn eines anderen Spielers zu verringern. Die Mediation wäre pareto-ineffizient, weil es möglich ist, dass eine Partei ihren Gewinn erhöht, ohne dass die andere Partei ihren Gewinn verringert.
Pareto-EffizienzIn der Spieltheorie wird eine Situation dann als pareto-effizient betrachtet, wenn es unmöglich ist, den Gewinn eines Spielers zu erhöhen, ohne den Gewinn eines anderen Spielers zu verringern. Die Mediation wäre pareto-ineffizient, weil es möglich ist, dass eine Partei ihren Gewinn erhöht, ohne dass die andere Partei ihren Gewinn verringert.
Pareto-PrinzipDas Pareto-Prinzip oder die 80/20-Regel besagt, dass in vielen Situationen etwa 80% der Ergebnisse von etwa 20% der Ursachen oder des Aufwands stammen. Es wird häufig in den Bereichen Management, Wirtschaft, Qualitätsmanagement und persönliche Produktivität angewendet, um die Effizienz zu steigern und Ressourcen gezielt einzusetzen.
ParkplatztechnikDie Parkplatztechnik erlaubt die Anfertigung von Notizen, die auf das Flipchart geschrieben werden und für alle sichtbar sind.
ParteiParteien sind die Gegner im Prozess. Das Mediationsgesetz bezeichnet die Medianden als Parteien. In der Mediation ist zwischen den Streitparteien, den Konfliktparteien, den Vertragsparteien (= Parteien des Mediationsvertrages) und den Verhandlungsparteien (= Medianden) zu unterscheiden.
Parteien

Hier sind damit die in Lager aufzuteilenden, streitenden Verfahrensbeteiligten zu verstehen. Auch werden mit dem Begriff die Beteiligten an einem Vertragsabschluss angesprochen. In der Mediation sind folgende Parteiqualitäten zu unterscheiden:

  1. Vertragsparteien
  2. Streitparteien
  3. Konfliktparteien
  4. Verhandlungsparteien
ParteiidentitätWie das Wort besagt, ist damit die Identität der Partei gemeint. Der Mediator muss sich keine Ausweise vorlegen lassen, um die Identität der Partei zu prüfen. Wohl muss er auf Zweifel hindeuten, um eine darauf basierende Entscheidung herbeizuführen.
ParteilichkeitDie Parteilichkeit bildet den Gegensatz zur Neutralität und zur Allparteilichkeit. Sie besagt, dass die neutrale Person Vorlieben für die eine oder andere Seite oder deren Interessen entwickelt, sodass die Gefahr besteht eine der Parteien Vorzüge einzuräumen.
ParteimediationDie Streitparteien sind mit den Medianden identisch.
ParteirolleMit diesem Begriff wird auf die Rolle der Parteien im jeweiligen Verfahren hingewiesen. Die Rolle ergibt ihre Funktion und diese wieder definiert ihre Verantwortung im Verfahren. Die Medianden haben in der Mediation eine exponierte Rolle, indem sie selbst die Lösung finden sollen.
PartialisierenKomplexe Inhalte in Bereiche / Ebenen einteilen
PartnerinerviewDas Partner wie Interview ist eine Möglichkeit zur Durchführung der Vorstellungsprozedur in der Mediation. Das Besondere daran ist dass sich die Teilnehmer wechselseitig vorstellen und nicht sich selbst.
PAS PAS bedeutet Parentel Alienation Syndrom. Zu deutsch: Das Elternentfremdungssyndrom. Es ist ein typisches Phänomen bei hoch eskalierten Familienkonflikten. Das Kind wird instrumentalisiert, um einen Eltern- (Paar-)Konflikt auszutragen. Das PAS ist in der Psychologie umstritten.
PausierenPausen können verschiedene Bedeutungen haben. Zum einen sind sie notwendig um Erschöpfung auszugleichen, wenn lange intensive Verhandlungen stattgefunden haben. Dann ist eine Kaffeepause oder eine Mittagspause einzurichten. Zum anderen sind sie notwendig, damit sich Gedanken setzen können. Dann ist nach dem Satz oder der Frage ein kurzer Moment innezuhalten, damit sich der Gedanke im Kopf der Parteien etablieren kann.
Peer ReviewEin Peer-Review (englisch für Begutachtung durch Ebenbürtige) ist ein Verfahren zur Beurteilung der Qualität.
Peer-MediationDie Peer-Mediation beschreibt eine verbreitete Form der Mediation an Schulen. Peer-Mediation bedeutet Mediation unter Gleichrangigen bzw. Gleichaltrigen. Zwei Jugendliche klären freiwillig ihren Konflikt mit der Unterstützung eines anderen Jugendlichen, der als Vermittler fungiert. Meist findet die Mediation unter beschränkt geschäftsfähigen Mediatoren und Medianden statt.
PendelmediationSiehe Shuttle-Mediation
Penrose DreieckDas Penrose-Dreieck, das auch Tribar genannt wird, ist eine optische Täuschung, die irritiert. In der 2. Dimension wird ein dreidimensionales Gebilde dargestellt, das es so nicht geben kann. Bei dem Tribar handelt es sich nicht um eine Paradoxie.
PersonalvertretungOrganisiert als Personalrat, Bezirkspersonalrat, Hauptpersonalrat oder Gesamtpersonalrat ist die Vertretung der Beschäftigten im öffentlichen Dienst, vergleichbar mit dem Betriebsrat im privaten Unternehmen.
Personenimmanente LösungshindernisseDie Mediation soll den Parteien helfen, selbst die Lösung zu finden. Also muss sie die Hindernisse, die der Lösung im Wege stehen aus dem Weg räumen. Bei den Lösungshindernissen wird zwischen den verfahrensimmanenten und den personenimmanenten Hindernissen unterschieden. Verfahrensimmanente Lösungshindernisse sind die Hindernisse, die durch das Verfahren hervorgerufen oder beseitigt werden können. Personenimmanente Lösungshindernisse sind in der Partei begründet und können mit Interventionen beseitigt werden.
PersonenschadensmediationDie Mediation bei Personenschäden ist ein Unterfall der Schadensmediation. Sie wird der Mediation im Gesundheitsbereich zugeordnet was ihre Vielfalt unterstreicht. Es geht nicht nur um die Abwicklung von Schäden, die durch Unfall, Behandlungsfehler oder sonstigen Ursachen an Personen entstanden sind, sondern auch um die optimale Versorgung der Patienten. Lange Rechtsstreitigkeiten stehen der Genesung oft im Wege. Die Mediation kann Abhilfe schaffen, wenn der Mediator mit der Besonderheit dieser Fälle zurecht kommt. Wegen dieser Besonderheiten wird die Bearbeitung von Konflikten im Bereich der Personenschäden als eine eigenständige Mediation beschrieben.
Persönlichkeit Die Persönlichkeit kommt in den charakteristischen, individuellen Eigenschaften eines Menschen zur Geltung. Der Begriff wird auch für Menschen mit ausgeprägten individuellen Eigenarten verwendet.
Persönlichkeitsstörungen Persönlichkeitsstörungen sind gekennzeichnet durch tief verwurzelte Verhaltens- und Denkmuster, die von der gesellschaftlichen Norm abweichen und zu Problemen im zwischenmenschlichen Bereich führen können. Es gibt verschiedene Arten von Persönlichkeitsstörungen, die in drei Hauptgruppen unterteilt werden. Die Hauptgruppe A umfasst unter den Stichworten „sonderbar, exzentrisch“ die paranoiden und schizoiden Persönlichkeitsstörungen. Die Hauptgruppe B fasst unter den Stichworten „dramatisch, emotional, launisch“ die histrionische, narzisstische, dissoziale und die Borderline-Persönlichkeitsstörung zusammen. In der Hauptgruppe C finden sich Persönlichkeitsstörungen, die Verhaltensmerkmale aus dem Bereich der Angststörungen aufweisen.
Perspektiven-Reflexive MediationDas perspektiven-reflexive Modell interkultureller Mediation beschreibt, wie der Mediator die Eindrücke unterschiedlicher kultureller Prägungen von Arbeits- und Kommunikationsstilen thematisieren und reflektieren kann. Kriegel-Schmidt weist 5 Perspektiven aus, die bei der interkulturellen Mediation zu beachten sind : sprachliche Besonderheiten, Handlungsorientierungen, kulturalisierende Zuschreibungen, Auswirkungen von angenommener Unter- bzw. Überlegenheit.
Perspektivenwechsel Der Perspektivenwechsel erlaubt eine andere Sicht auf dasselbe. Er kann durch das Reframing, durch zirkuläre Fragen oder durch einen Rollentausch erreicht werden. Die geänderte Perspektive erlaubt eine andere Bewertung des Problems.
Persuasive KommunikationPersuasive Kommunikation ist zielgerichtete, strategisch angelegte Kommunikation, die darauf ausgerichtet ist, bestehende Einstellungen zu festigen, neue Einstellungen zu etablieren oder Verhalten zu verändern. Sie unterscheidet sich von informativer Kommunikation, die primär Wissen vermittelt, und von manipulativer Kommunikation, die auf Täuschung oder verdeckte Beeinflussung setzt.
Pflegeberater
PflichtHier wird der Begriff als eine aus Rechtsgründen (wie z.B. der Mediationsvertrag) vorgegebene Handlung oder Unterlassung beschrieben. Die Pflicht wird von den Aufgaben abgegrenzt, die im Ermessen des Mediators liegen und zur Zweckerreichung erforderlich sind. Die Pflichten des Mediators werden im Pflichtenverzeichnis zusammengefasst.
PflichtenverzeichnisAuflistung aller Pflichten des Mediators.
PflichtverletzungEs geht um die Pflichten des Mediators in der Mediation und um die Verletzung dieser Pflichten. Die Auseinandersetzung mit den Pflichten ist ein wichtiges Thema, bei dem in der Praxis und der Rechtsprechung viel Unklarheit besteht.
PhänomenologieDer Begriff der Phänomenologie setzt sich mit dem Sichtbaren auseinander. Er wird aus den altgriechischen Wörtern abgeleitet die mit Erscheinung und Lehre übersetzt werden können. Die Phänomenologie der Konflikte ist somit die Auseinandersetzung mit den Erscheinungsformen der Konflikte, um daraus eine Lehre abzuleiten.
PhasenDie Mediation wird als ein strukturiertes Verfahren bezeichnet, das sich in Phasen einteilen lässt. Die Phasen geben dem Mediator den Auftrag was zu tun ist in Form von Etappenzielen vor und steuern den Prozess der Mediationstheorie.
PhasenablaufschemaDie Phasen beschreiben den Ablauf der Mediation. Sie geben dem Mediator den Arbeitsauftrag. Das Phasenablaufschema fasst die Einzelheiten, die sich aus der Ablaufbeschreibung der Mediation ergeben, zusammen.
PhasendifferenzrechercheMit Hilfe der Phasendifferenzrecherche wird ermittelt., welche Erkenntnisschritte der Mediation in anderen Verfahren vorkommen und gegebenenfalls nachzubilden sind. Die Erkenntnisschritte werden vereinfacht dargestellt in den Phasen abgebildet. Mithin prüft die Differenzrecherche, welche Phasen in anderen Verfahren vorkommen oder nicht und welche Phasen in der Mediation abgearbeitet wurden oder nicht.
PhasendynamikDie Phasen bilden wichtige gedankliche Schritte der Mediation ab. Jede Phase gibt dem Mediator einen spezifischen Auftrag, der darauf gerichtet ist das Phasenziel zu erreichen. Die Aufträge unterscheiden sich, so wie sich der Charakter einer jeden Phase von der anderen Phase unterscheidet. Es entsteht ein Spannungsverhältnis, aus dem sich die Dynamik des Prozesses herleiten lässt.
Phasenkonflikte bei ScheidungenIm Zusammenhang mit der Scheidung (Trennung) werden drei Phasen durchschritten, die die Parteien oft unterschiedlich erleben. Die Phasen heißen: Vorscheidungsphase (Ambivalenzphase), Scheidungsphase, Nachscheidungsphase. Weil die Phasen nicht parallel ablaufen ist ein paralleles Denken nicht möglich und es kommt zu Konflikten.
PhasenlogikDie Phasen haben eine wichtige Bedeutung in der Mediation. Nach der kognitiven Mediationstheorie bilden sie die Erkenntnisschritte, die auf dem Weg der Suche nach einer nutzerorientierten Lösung zu durchlaufen sind. Die Phasenlogik beschreibt den inneren Zusammenhang der Phasen.
PhasennavigationDie Phasenaufträge erlauben eine gedankliche Strukturierung, über die der Mediator im Verfahren navigieren kann. Jetzt erlangt die Unterscheidung von Positionen, Interessen und Lösungen eine ausschlaggebende Bedeutung.
PhasentransfersDer Phasentransfers überträgt fehlende Phasen der Mediation in ein anderes Verfahren. Siehe Verfahrensstrukturvergleich.
PhasenverschiebungAlle Modelle der Trennungsverarbeitung laufen und die Prozesse einer Scheidung laufen individuell ab. Betrachtet man die Prozesse im Zusammenspiel, zeigt sich die Phasenverschiebung als ein ebenso markantes, wie problematisches Phänomen bei Ehescheidungen. Der Mediator muss versuchen, die Prozesse aufeinander abzustimmen.

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Hinweise und Fußnoten

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Bearbeitungsstand: 2024-05-07 16:40 / Version .

Siehe auch: Lexikon