Die Sprache der Mediationsschulen

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Auch die in der Mediation verwendeten Fachbegriffe sind nicht einheitlich. Manche Schulen haben sogar eigene Fachbegriffe eingeführt, um ihr Mediationskonzept herzuleiten. Das differenzierte Fachwörterbuch gibt Ihnen die Möglichkeit, die unterschiedliche Verwendung der Fachtermini nachzuvollziehen und abweichenden Lehren auf den Grund zu gehen.

Die Terminologische Zuordnung

Die einen sprechen vom Eisbergmodell, die anderen vom U-Modell und wieder andere sprechen vom PIN-Modell. Alle meinen das gleiche. Die begrifflichen Abweichungen verwirren, weshalb Wiki to Yes nicht nur ein Fachwörterbuch einführt, sondern auch versucht, den Begriffswelten der jeweiligten Lehre auf den Grund zu gehen.

 
BezeichnungBeschreibung
dyadische VerfahrenVerfahren der zweiten Streitinstanz. Bei den dyadischen Verfahren ziehen die Parteien einen Berater und Vertreter hinzu.
DonatorDer Begriff kommt aus dem Lateinischen donare = schenken. Im Zusammenhang mit der Mediation wird damit die Person (oder Institution) bezeichnet, die eine Mediation sponsert (bezahlt) ohne selbst Mediand zu sein. Siehe auch Donatormediation.
BearbeitungstiefeDie Frage wie tief der Mediator in die Konfliktbearbeitung eindringen kann und soll. Die Bearbeitungstiefe ergibt sich aus dem gewählten Mediationsmodell.
StreitkontinuumDas Streitkontinuum erlaubt eine Einordnung des Verfahrens in die Welt der Streit- und Konfliktbeilegung. Es stellt die Dimensionen des Streifens vor. Die Dimensionen sind: Fakten, Emotionen, Positionen, Interessen und Zeit. Die Festlegung, welche Dimensionen vom Verfahren abgedeckt werden, gibt Hinweise auf die Bearbeitungstiefe.
reale WeltDer Begriff wird bei der Integrierten Mediation verwendet, um die unterschiedlichen Gedankenwelten zu kennzeichnen, durch die die Mediation führt. Der Terminus verdeutlicht, dass die 4.Phase die zuvor erarbeitete Imagination einer konfliktfreien Zukunft noch in die Realität umzusetzen ist.
kaputte WeltDer Begriff wird bei der Integrierten Mediation verwendet, um die unterschiedlichen Gedankenwelten zu kennzeichnen, durch die die Mediation führt. Der Terminus verdeutlicht, dass die 2.Phase dazu dient, die kaputte Welt (das Problem, was nicht stimmt, was sich nicht gut anfühlt) zu ergründen. Er umschreibt die Bestandsaufnahme.
soziales SystemDer Mensch lässt sich, systemisch betrachtet, in verschiedene Systeme unterteilen. Hier gibt das Zusammenspiel des biologischen Systems, aus dem die Bedürfnisse, die Sinnesfähigkeiten usw. gesteuert wird, dem psychologischen System, in dem das Denken gesteuert wird und dem sozialen System, das für die Kommunikation verantwortlich ist, einen Einblick auf die Verstehensfähigkeit des Menschen.
biologisches SystemDer Mensch lässt sich, systemisch betrachtet, in verschiedene Systeme unterteilen. Hier gibt das Zusammenspiel des biologischen Systems, aus dem die Bedürfnisse, die Sinnesfähigkeiten usw. gesteuert wird, dem psychologischen System, in dem das Denken gesteuert wird und dem sozialen System, das für die Kommunikation verantwortlich ist, einen Einblick auf die Verstehensfähigkeit des Menschen.
psychologisches SystemDer Mensch lässt sich, systemisch betrachtet, in verschiedene Systeme unterteilen. Hier gibt das Zusammenspiel des biologischen Systems, aus dem die Bedürfnisse, die Sinnesfähigkeiten usw. gesteuert wird, dem psychologischen System, in dem das Denken gesteuert wird und dem sozialen System, das für die Kommunikation verantwortlich ist, einen Einblick auf die Verstehensfähigkeit des Menschen.
MediatorenchatDie Konferenzsoftware erlaubt bei Onlinemediationen private Chats, sodass Mediatoren sich untereinander austauschen können, ohne dass die Parteien davon etwas mitbekommen. Der Mediatorenchat erlaubt es den Mediatoren deshalb, sich abzustimmen, ohne dass sie die Mediation unterbrechen müssen.
KonfliktmanagementDie Organisation von Aufgaben und Abläufen rund um den Konflikt
BedeutungswirklichkeitWirklichkeit der 2. Ordnung (nach Watzlawick). Sie ist nicht feststehend und muss vereinbart werden.
VerhandlungslogikDie Verhandlungslogik ist ein Teil der Mediationslogik, weil sie in der Wegmarken aufgeht. Obwohl die Mediation selbst eine Form des Verhandelns darstellt, beginnt das eigentliche Verhandeln erst in der Phase 4. Die Verhandlungslogik setzt sich mit den Merkmalen auseinander, die das Verhandeln in der Mediation ermöglichen.
VerfahrenskategorienEinteilung der Verfahren nach typischen, miteinander korrespondierenden Merkmalen. Die Systematik unterscheidet bei den triadischen Verfahren: Gerichtsverfahren, Schiedsgerichtsverfahren, Schlichtung, Mediation
VerfahrenskriterienAls Verfahrenskriterien werden die Aspekte beschrieben, die den Charakter des Verfahrens ausbilden. Der Verfahrenscharakter hilft bei der Identifikation der Verfahren, in dem die Prägung herausgestellt wird.
mediative TechnikenTechniken, die typischerweise in der Mediation verwendet werden
KonfliktreifeDie Konfliktreife bezeichnet den Grad der Entwicklung (Ausbildung) eines Konfliktes und den Moment, wann der Konflikt bereit ist, in einer bestimmten Art und Weise behandelt zu werden.
AuthentizitätDie Authentizität (auch als Echtheit oder Kongruenz bezeichnet) ist neben der Empathie und der Akzeptanz eine der drei grundsätzlichen Bedingungen für eine gelingende Kommunikation.
Variablen der Kommunikation

Mit den Kommunikationsvariablen werden die von Carl Rogers ermittelten Elemente der einfühlsamen Haltung angesprochen:

  1. Akzeptanz: Der Mediator kann das entgegennehmen was gesagt und gemeint ist, auch wenn es ihm ethisch bedenklich erscheint.
  2. Empathie: Die Fähigkeit des emotionalen Nachvollziehens (Einfühlungsvermögen).
  3. Authentizität auch Echtheit, Kongruenz: Der Mediator denkt und fühlt wie ein Mediator und spielt nicht lediglich eine Rolle.
LösungsmotivMotive verdeutlichen die Interessen, mit denen sich die Kriterien für die Lösung erschließen lassen. Siehe auch Verfahrensmotiv
VerfahrensmotivDie Motivation, die die Verfahrensbereitschaft (Mediationsbereitschaft) ergibt.
EmpathieEmpathie ist eine Voraussetzung des Verstehens und eine Variable der Kommunikation
alternative StreitbeilegungKurz mit dem Akkronym ADR abgekürzt. Die Verfahren der alternativen Streitbeilegung werden auch als alternative Konfliktbeilegungsverfahren bezeichnet. Die ADR (Alternative Dispute Resolution) bildet den Gegensatz zur DR (Dispute Resolution). Der Gesetzgeber übersetzt ADR mit außergerichtlicher Streitbeilegung.
ParteiParteien sind die Gegner im Prozess. Das Mediationsgesetz bezeichnet die Medianden als Parteien. In der Mediation ist zwischen den Streitparteien, den Konfliktparteien, den Vertragsparteien (= Parteien des Mediationsvertrages) und den Verhandlungsparteien (= Medianden) zu unterscheiden.
VerfahrenGrundsätzlich beschreibt ein Verfahren die Art und Weise eines Vorgehens. Im juristischen Verständnis sind Rechtshandlungen gemeint. Im psychologischen Verständnis steht die durch den Ablauf bewirkte Entwicklung im Vordergrund. In der Mathematik ist es eine Handlungsvorschrift zur Lösung eines Problems.
PhasenDie Mediation wird als ein strukturiertes Verfahren bezeichnet, das sich in Phasen einteilen lässt. Die Phasen geben dem Mediator den Auftrag was zu tun ist in Form von Etappenzielen vor und steuern den Prozess der Mediationstheorie.
informelle KommunikationDie informelle Kommunikation ist eine nicht durch Regelungen vorgegebene, freie Kommunikation.
InterventionIn der Mediation sind Interventionen gleichbedeutend mit Maßnahmen, die der Mediator ergreifen kann, um den mit dem Verfahren zu verfolgenden Zweck zu verwirklichen oder zu unterstützen.
ThemenDie zur Konfliktbeilegung anzusprechenden Themen ergeben sich aus der Neutralisation der Positionen und nehmen auf die Konfliktdimensionen bezug
PhasennavigationDie Phasenaufträge erlauben eine gedankliche Strukturierung, über die der Mediator im Verfahren navigieren kann. Jetzt erlangt die Unterscheidung von Positionen, Interessen und Lösungen eine ausschlaggebende Bedeutung.
MediationsstilDie individuelle, auf den Mediator bezogene Art und Weise, wie er die Mediation durchführt
paralleles DenkenDas Denken wird auf ein gemeinsames Ziel ausgerichtet, so dass alle Teilnehmer (parallel) in die gleiche Richtung denken. Die Methode wurde von de Bono beschrieben.
VerfahrenscharakterDer Verfahrenscharakter lässt sich auch die Wissenschaftlichkeit der Verfahren ein, indem er die Eigenschaftsmerkmale herausstellt, an denen sich die Grundsätze und Verhaltensweisen orientieren.
KommunikationsquadratDas 4-Ebenen-Modell von Schulz von Thun. Jeder Mensch braucht 4 Ohren und 4 Münder, um alle Informationen einer Nachricht zu verarbeiten
FallmetaebeneDie Metaebene (Reflexionsebene) für den Fall. In der Mediation wird sie durch den Mediator hergestellt und repräsentiert.
Plentitudo-EffektDie Suggestion, dass die Wahrnehmung immer vollständig (also lückenlos) sei. Sie ist einer der Hinderungsgründe, andere "Wahrheiten" anzuerkennen.
SelbsthilfeKein Verfahren aber eine Möglichkeit. Sie wird meist in Anspruch genommen, wenn die Verfahren nicht zu dem gewünschten Erfolg geführt haben.
ConciliationSiehe Schlichtung
GüteverhandlungVerfahrensabschnitt im Zivilprozess nacht § 278 II ZPO
MetainformationMetainformation ist die Information über die Information
DimensionierenEs geht um den Umgang mit Komplexität. Die Dimensionierung orientiert sich an den verschiedenen Sichten, die ein Mediator auf den Konflikt und das Verfahren einnehmen sollte. Welche Dimensionen er beachtet, ist im Beitrag Loopen beschrieben.
Aufforderung zum Angebot

Die Parteien sollen selbst eine Lösung finden und sich darauf vereinbaren. Die Verhandlung besteht also aus dem üblichen Prozess von Angebot und Annahme, der jede Vertragsverhandlung determiniert. Im Idealfall gelingt es den Parteien in der 4.Phase bei der Lösungssuche sich nach Aufforderung durch den Mediator ein Angebot zu unterbreiten. Wenn es ihnen gelingt, ist das der Beweis, dass sie die Interessen der Gegenseite erkennen und respektieren. Auch sonst kann der Mediator die Parteien (als Intervention) auffordern, sich ein Angebot zu unterbreiten, wenn Fragen zur Mediation aufkommen und Streit auslösen.

RespektcoachRespektcoaches (auch: Respekt Coach geschrieben) sind Anti-Mobbing-Profis, die zur Prävention gegen Mobbing eingesetzt werden.
KärtchenmethodeAbfrage unter Verwendung von Moderationskärtchen. Die Kärtchenmethode (die eigentlich eine Technik ist) wird meist bei Gruppen eingesetzt, wenn Meinungen abgefragt werden, die nicht offen geäußert werden können. Mit der Kärtchenmethode kann auch die Themensammlung durchgeführt werden.
AbstimmungEine Mehrheitsentscheidung über eine Abfrage der Dafür- und Dagegenstimmen herbeiführen. Ein dem Konsens näher kommendes Abstimmungsformat ist das systemische Konsensieren.
GemeinsamkeitenDie Mediation baut Lösungen auf Gemeinsamkeiten auf - nicht auf Widersprüchen.
SympathieDas Gefühl, jemanden zu mögen. Die Nähe zu dem anderen wird als angenehm empfunden.
HerzOrganisch betrachtet ist das Herz ein Muskel den Blutkreislauf sicherstellt. Metaphorisch betrachtet, ist es der Träger der Gefühle. Das Herz ist - neben dem Bauch - der heimliche Entscheider im Menschen. Es sollte in der Mediation also zur Sprache kommen.
IntelligenzzentrenDer Mensch besitzt drei Intelligenzzentren. Sie wurden bereits im Zusammenhang mit der Darstellung der Konfliktdimensionen erwähnt. Dort wurde unterschieden zwischen der sachlich-intellektuellen Dimension, der sozio-emotionalen Dimension und der wertmäßig-kulturellen Dimension. In diesen Dimensionen finden wir die Intelligenzzentren Kopf, Herz, Bauch wieder. Sie sind beim Menschen unterschiedlich ausgeprägt und treten ebenso unterschiedlich in den Vordergrund.
AugenDas Auge ist das wichtigste Sinnesorgane des Menschen. Es steuert seine Wahrnehmung. Gleichzeitig sagt man ihm nach, dass es einen Blick in die Seele erlaubt. Für den Mediator ist das Auge ein Äußerungsmerkmal des Menschen, dass neben der Mimik, Gestik und Körpersprache helfen kann, den Menschen besser zu verstehen.

Hinweise und Fußnoten

Siehe auch: Liste der Verzeichnisse, Terminologie
Prüfvermerk:
Aliase: TerminiMediationsschulen

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